Während der letzten 35 Jahre ging nicht nur die Zahl großer Wirbeltiere zurück, auch Insekten und andere Wirbellose mussten vielfach Bestandseinbrüche hinnehmen: Mehr als zwei Drittel der von Biologen beobachteten Bestände an Käfern, Bienen, Muscheln oder Spinnen schrumpften durchschnittlich um knapp die Hälfte. Deutlich mehr Insektenarten in so wichtigen Gruppen wie den Bestäubern zeigten Einbußen, nur wenige Populationen würden wachsen, warnen Biologen um Ben Collen vom University College in London. Allein in Großbritannien beispielsweise – wo ein ausführliches Monitoring auch mit Bürgerbeteiligung abläuft – verschwanden 30 bis 60 Prozent aller Käfer-, Bienen-, Wespen- und Schmetterlingsbestände; dagegen verzeichnen oft so genannte landwirtschaftliche Schädlingen Zuwächse.

Der Verlust bei Insekten und anderen Wirbellosen wirke sich jedoch direkt negativ auf das Funktionieren von Ökosystemen oder die Ökonomie aus, so die Forscher weiter. 75 Prozent aller Nutzpflanzen sind demnach auf Insektenbestäubung angewiesen, natürliche Schädlingskontrolle durch Spinnen und andere Tiere habe einen Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar nur in den Vereinigten Staaten – Geld, das ansonsten für Pestizide und ähnliches ausgegeben werden müsste. Viele Wirbellose sind entscheidend an Nährstoffkreisläufen beteiligt, die Böden oder die Wasserqualität erhalten und verbessern. All dies stehe auf dem Spiel, wenn die Zahl der Wirbellosen weiter zurückgehe, so die eindringliche Mahnung der Wissenschaftler.