Die Anzahl eingeschleppter und eingebrachter Pflanzenarten (Neophyten) hat sich in Europa in den letzten 25 Jahren mehr als verdreifacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie europäischer Wissenschaftler um Petr Pyšek von der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik.

Kanadisches Berufkraut
© André Künzelmann / UFZ
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKanadisches Berufkraut
Die Forscher untersuchten insgesamt 48 europäische Länder und Regionen und identifizierten 5789 Arten – darunter das Kanadische Berufkraut (Conyza canadensis) und die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) –, die sie als gebietsfremd einstuften. 2843 davon stammen ursprünglich nicht aus Europa, drei Viertel der fremden Arten wurden unbeabsichtigt eingeschleppt. Jedes Jahr kommen durchschnittlich sechs Neophyten hinzu, die sich dauerhaft in den Ökosystemen etablieren.

Die genaue Erfassung gebietsfremder Pflanzenspezies, wie sie hier im Rahmen des EU-Projektes Daisie (Delivering alien invasive species inventories for europe) vorgenommen wurde, soll dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhalten. Neophyten können ganze Ökosysteme verändern, indem sie die heimische Flora verdrängen. Außerdem bergen manche Gesundheitsgefahren, wie die aus Nordamerika stammende Ambrosie, deren Pollen starke allergische Reaktionen auslösen kann.

Bei Neophyten handelt es sich um Pflanzen, die erst seit dem 16. Jahrhundert, also nach der Entdeckung Amerikas, in Gebiete gelangten, in denen sie ursprünglich nicht beheimatet waren. Sie wurden entweder absichtlich eingeführt oder unbeabsichtigt über Handelswege nach Europa eingeschleppt. (cw)