Die Herrschaft der Dinosaurier war im Erdmittelalter nicht unumstritten, wie ein Fossilfund zeigt: die Reste eines besonders beeindruckenden Riesenkrokodils, das Forscher im tunesischen Tataouine aus dem Wüstensand gegraben haben. Der König der Krokos, Machimosaurus rex, wurde zu Lebzeiten vor 120 Millionen Jahren knapp zehn Meter lang und wog um die drei Tonnen. Seine Verwandten galten bislang als gegen Ende der Kreidezeit weltweit verschwunden – womöglich eine vorschnelle Interpretation, meinen die glücklichen Fossilfinder um Federico Fanti von der Universität Bologna.

Das in Tunesien entdeckte Exemplar des einst im seichten Meer heimischen Lauerjägers ist ärgerlich unvollständig, denn es besteht vor allem aus einem Schädelfragment und wenig mehr. Trotzdem deutet dessen Größe darauf hin, dass M. rex die wohl größte bisher entdeckte Spezies im Familienstammbaum der ausgestorbenen marinen Krokodile, der Thalattosuchia ist. Manche der entfernten Süßwasserkrokodil-Verwandten wurden noch größer, so etwa der gelegentlich wohl zwölf Meter lange Sarcosuchus imperator sowie auch Alligatoren der Gattung Deinosuchus.

Superkrokodile wurden zehn Meter und länger
© Imperial College London and Robert Nicholls (Paleocreations)
(Ausschnitt)
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Die Kreidezeit und der Jura sind die Ära der Giganten. Doch nicht nur Dinosaurier neigten damals zum Größenwachstum, sondern auch verwandte Linien wie die Krokodile, die bereits seit 250 Millionen Jahren leben. Zu den imposantesten Vertretern dieser urigen Tierordnung gehörte sicherlich Sarcosuchus imperator aus Afrika, der im Englischen auch als SuperCroc bezeichnet wird. Mit einer Länge von bis zu zwölf Metern steckte er selbst die heutigen Leistenkrokodile in die Tasche, deren längstes bekanntes Exemplar etwas länger als sechs Meter war, die aber immerhin bis zu einer Tonne wiegen können. Übertroffen wurde das prähistorische Superkrokodil allerdings von urzeitlichen Verwandten wie Purussaurus brasiliensis, der zudem mit einem regelrechten Stahlgebiss ausgestattet war.

Der Stammbaumast von Machimosaurus galt unter einigen Experten als vor der Kreidezeit weltweit ausgestorben. Offenbar haben aber an einigen Stellen Vertreter das marine Massenaussterben beim Übergang von Jura- zu Kreidezeit doch noch lange überlebt, wie der Fund belegt – bis der alte Lebensentwurf von moderneren Spezies allmählich verdrängt wurde.