Mit bislang unerreichter Genauigkeit bestätigten Physiker einen Effekt, der von der Speziellen Relativitätstheorie vorhergesagt wird.

Laut Albert Einstein tickt eine bewegte Uhr langsamer als eine identische Uhr in Ruhe, was er als Zeitdilatation bezeichnete. So würde ein Zwilling, der mit hoher Geschwindigkeit durch das All reist, bei seiner Rückkehr jünger sein als sein Geschwister, der währenddessen auf der Erde verweilte.

Anstelle von Zwillingen nahm das Team um Gerald Gwinner von der University of Manitoba in Winnipeg, Kanada, zwei Atome. Diese brachten sie in einem Teilchenbeschleuniger am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg auf Geschwindigkeiten von rund 10 000 Kilometer pro Sekunde. Das Alter der Atome bestimmten die Forscher, indem sie das von ihnen abgestrahlte Licht mittels Laserspektroskopie untersuchten.

Durch die enorme Geschwindigkeit der Teilchen tritt eine Doppler-Verschiebung der Spektrallinien auf, aus der sich die Zeitdilatation ableiten lässt. Ihre Ergebnisse bestätigen, dass die Zeit für die Atome genau in dem Maße, wie von Einstein vorhergesagt, langsamer vergangen war als in der ruhenden Welt.

Die Zeitdilatation spielt auch im Alltag eine Rolle, etwa beim Global Positioning System (GPS). Die Satelliten messen die Position eines Objekts auf der Erde, müssen dabei aber ihre eigene Geschwindigkeit berücksichtigen. (mp)