Wenn Honigbienen von der Fliege Apocephalus borealis befallen werden, endet das für sie in den wenigsten Fällen gut: Der Parasit greift nämlich das Gehirn der Bienen an und ruft allerhand merkwürdiges Verhalten hervor, was schließlich dazu führt, dass die Tiere nachts ihren Stock verlassen und in den frühzeitigen Tod fliegen. Anfangs konnten Forscher die "Zombienen" vor allem an der US-amerikanischen Westküste und in South Dakota beobachten. In den vergangenen Monaten häuften sich aber auch in anderen Gebieten die Sichtungen von befallenen Insekten. Nun berichten Wissenschaftler von der San Francisco State University erstmals von willenlosen Honigbienen in der Mittelatlantik-Region.

Eine Imkerin in US-Bundesstaat Pennsylvania wurde auf eines der Exemplare aufmerksam, als es gegen ihre Fensterscheibe flog und sich merkwürdig verhielt. Sie schickte Fotos und Proben an den Biologen John Hafernik, der gemeinsam mit seinen Kollegen das Projekt "ZomBee Watch" ins Leben rief, bei dem Sichtungen von Zombie-Bienen gemeldet werden können. Hafernik war auch der Erste, der den Fliegenparasiten bei der Honigbiene entdeckte.

Die Wissenschaftler bestätigten, dass die Biene aus Pennsylvania tatsächlich von Apocephalus borealis befallen war. Ob das ein Zeichen dafür ist, dass der Fliegenparasit sein Wirtsspektrum stetig vergrößert, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit sagen, so Hafernik. Es könnte auch sein, dass die Fliege bereits vor Jahren in Pennsylvania Fuß gefasst hat und bisher einfach nur noch nicht bemerkt wurde.