Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Verschwörung aufgedeckt wird? Diese Frage analysierte der Physiker und Wissenschaftsautor David Robert Grimes von der University of Oxford in England nun mit mathematischen Mitteln und kommt zum Ergebnis: Möchte man eine einzelne Begebenheit vertuschen und ist auf absolutes Stillschweigen angewiesen, so darf man auf keinen Fall mehr als 650 Menschen ins Vertrauen ziehen.

Der Arbeitshypothese von Grimes zufolge hängt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verschwörung entlarvt wird, maßgeblich von der Zeit, die ein Geheimnis gehütet wird, und der Gesamtzahl der eingeweihten Personen ab. Zudem muss das Risiko einkalkuliert werden, dass ein Einzelner das Komplott enthüllt – ein Faktor, den Grimes mit Hilfe von Daten dreier tatsächlich aufgedeckter Skandale abzuschätzen versuchte. Dazu dienten etwa die durch Whistleblower Edward Snowden bekannt gewordenen Aktivitäten der US-amerikanischen National Security Agency. Auch der mögliche Tod von Personen aus dem Kreis der Verschwörer floss in die Berechnungen ein: Dieser senkt schließlich das Risiko, dass das Geheimnis ausgeplaudert wird.

Die Formel wandte der Autor nun auf vier bekannte Verschwörungstheorien an. Im Fall der Mondlandung (die eigentlich nur gestellt gewesen sei) veranschlagte er die Zahl der bestenfalls beteiligten Personen auf 411 000 und berechnete, dass ein Schwindel bereits nach drei Jahren und acht Monaten ans Licht gekommen wäre. Die Welt hätte demnach spätestens Mitte des Jahres 1973 davon erfahren, dass Neil Armstrong doch nicht auf dem Mond spazieren gegangen ist. Vereinfacht gesagt, resümiert Grimes, wäre "jede der vier Verschwörungen vor langer Zeit aufgedeckt worden".

Für alle zukünftigen Verschwörer hält die Untersuchung praktische Tipps bereit: Höchstens 2521 Menschen dürfen in ein Geheimnis eingeweiht werden, das man mindestens fünf Jahre bewahren möchte. Soll die Vertuschung gar ein Jahrhundert Bestand haben, empfiehlt es sich, weniger als 125 Personen ins Vertrauen zu ziehen.