Sport hilft beim Lernen – das vermuten Fachleute schon sehr lange. Ein Team um Lina Bunketorp Käll von der Universität Göteborg hat nun in einer Studie demonstriert, wie das in der Praxis aussehen kann. Die Forscherinnen haben in Zusammenarbeit mit lokalen Sportvereinen 408 zwölfjährige Schülerinnen und Schüler zwei Stunden zusätzlich pro Woche Sport treiben lassen. Der Vergleich mit Kontrollgruppen sowie den Leistungen der beteiligten Schüler vor der Intervention zeigte, dass sich die Chance, festgelegte Lernziele zu erreichen, bei der Sportgruppe etwa verdoppelte.

Mit den zusätzlichen zwei Stunden Sport verdreifachte sich ungefähr die Zeit, in der sich die Schüler aktiv bewegten, schreiben die Forscherinnen. Sie maßen den Effekt, indem sie die Leistungen vier Jahre vor und fünf Jahre nach dem Beginn der sportlichen Aktivitäten verglichen. Schweden hat für jedes Schuljahr nationale Lernziele, so dass entsprechende Daten bereits zur Verfügung stehen. Im Vergleich mit nicht zum Sport animierten Kontrollgruppen zeigte sich, dass nicht nur die Sportler besser geworden waren, die Nichtsportler hatten sogar nachgelassen. Die Forscherinnen sehen in ihren Ergebnissen eine Bestätigung der Wichtigkeit des Schulsports und hoffen darauf, dass die Bildungspolitik ihre Befunde aufgreift.