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Ferne Sonnensysteme

Zwei erdgroße Planeten in habitabler Zone

Weltraumteleskop Kepler

Rund 1200 Lichtjahre von uns entfernt stießen Astronomen um William Borucki vom Ames Research Center der NASA auf ein Sternsystem mit fünf Planeten. Das Besondere daran: Zwei der Begleiter sind nur wenig größer als die Erde und befinden sich in einem Abstand zu ihrem Mutterstern, bei dem flüssiges Wasser auf ihrer Oberfläche möglich wäre. Damit zählen die beiden zu den bisher aussichtsreichsten Kandidaten für eine lebensfreundliche Welt außerhalb unseres Sonnensystems.

Habitable Zone für verschiedene Arten von Sternen
Habitable Zone für verschiedene Arten von Sternen | In unserem Sonnensystem befinden sich Erde und Mars in der habitablen Zone, in der flüssiges Wasser auf der Planetenoberfläche existieren kann. Der Stern Kepler-62 ist deutlich kühler als die Sonne. Seine Begleiter Kepler-62e und -62f laufen ebenfalls in der habitablen Zone.

Mit dem Weltraumteleskop Kepler hatten die Astronomen den Stern Kepler-62 im Sternbild Leier beobachtet, der etwas kleiner und kühler ausfällt als unsere Sonne. Bemerkbar machen sich eventuelle Trabanten, wenn sie vom Teleskop aus gesehen vor ihrem Zentralgestirn vorbeiziehen und dieses dabei minimal abdunkeln. Die Stärke und Dauer solcher periodischen Helligkeitsschwankungen haben Borucki und sein Team nun in einem Zeitraum von fast drei Jahren bei Kepler-62 verfolgt und auf diese Weise fünf Begleiter ausgemacht.

Die genaue Analyse des Sternspektrums verriet zudem, dass die nun entdeckten Exoplaneten allesamt zwischen einem halben und zwei Erdradien messen und ihren Zentralstern innerhalb von sechs bis 270 Tagen umrunden. Um potenziell lebensfreundliche Welten darunter zu identifizieren, berechneten die Forscher, wie viel Sonnenstrahlung auf die Himmelskörper trifft. Als Erfolg versprechende Kandidaten stellten sich die beiden äußersten Planeten Kepler-62e und Kepler-62f heraus, denn sie beziehen rund die 1,2- beziehungsweise 0,41-fache Menge an Sonnenstrahlung wie die Erde. Ein Jahr dauert bei ihnen 122 und 267 Tage.

Aufgrund ihrer geringen Größe – dem 1,61- beziehungsweise 1,41-fachen Erdradius – halten es Borucki und seine Kollegen durchaus für wahrscheinlich, dass es sich bei ihnen um Gesteinsplaneten handelt. Die Massen der Himmelskörper sind bisher allerdings nicht bekannt. Besäßen die zwei auch noch eine geeignete Atmosphäre ähnlich derjenigen der Erde sowie genügend Wasser, könnte sich in beiden Fällen tatsächlich flüssiges Wasser auf den Oberflächen halten. Damit bieten möglicherweise beide die Voraussetzung für Leben – so wie wir es kennen. "Außerdem sind sie die kleinsten Körper, die bisher in einer derartigen Zone gefunden wurden", ergänzt Coautorin Lisa Kaltenegger vom Max-Planck-Institut für Astronomie.

Kepler-62 ist einer von über 170 000 Sternen, die das Weltraumteleskop Kepler seit seinem Start im Jahr 2009 beobachtet. Mithilfe der gesammelten Daten wollen Forscher herausfinden, wie häufig erdgroße Planeten in der habitablen Zone von sonnenähnlichen Sternen vorkommen. Bei den meisten bislang entdeckten extrasolaren Planeten handelt es sich allerdings um Gasplaneten wie Jupiter oder aber sie kreisen zu nah um ihren Heimatstern. Die bisherigen Anwärter für eine zweite Erde auch als solche zu bestätigen, dürfte allerdings noch dauern. Weitere Hinweise könnte eine spektroskopische Analyse der Planetenatmosphären mit zukünftigen Teleskopen liefern.

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