Seit mehr als 400 Jahren ist bekannt, dass der Planet Jupiter von zahlreichen Monden begleitet wird. Den Anfang in einer langen Liste von Entdeckungen machten die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto, deren Existenz der italienische Astronom Galileo Galilei im Jahr 1610 verkündete. Mittlerweile ist die Anzahl der bekannten Jupitermonde kräftig angewachsen. Am 29. Januar 2012 gab ein Forscherteam um Scott S. Sheppard von der Carnegie Institution of Washington die Entdeckung der Monde Nummer 66 und 67 bekannt. Sie tragen die vorläufigen Bezeichnungen S/2011 J1 und S/2011 J2 und umrunden Jupiter entgegen seiner Rotationsrichtung, also retrograd. Es handelt sich um sehr kleine Himmelskörper mit Durchmessern von nur wenigen Kilometern. Beide Monde umlaufen den Riesenplaneten auf stark elliptischen Bahnen. S/2011 J1 ist im Mittel 20 Millionen Kilometer von Jupiter entfernt, S/2011 J2 23,3 Millionen Kilometer. Die Entdeckungen gelangen mit dem 6,5-Meter Magellan-Baade-Teleskop auf dem Berg Las Campanas in Chile.

Bahnen der irregulären Monde um Jupiter
© Scott S. Sheppard, Carnegie Institution for Science
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDie Bahnen der Jupitermonde
Die beiden neuentdeckten Monde gehören zu den so genannten irregulären Satelliten Jupiters, von denen derzeit 59 bekannt sind. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihren Planeten in großem Abstand auf elliptischen Bahnen umrunden, die zudem oft auch stark gegen die jeweilige Äquatorebene geneigt sind. Alle vier Riesenplaneten des Sonnensystems, also Jupiter, Saturn Uranus und Neptun, besitzen zahlreiche irreguläre Monde. Die Astronomen vermuten, dass diese Trabanten ursprünglich Asteroiden waren, die in der Frühzeit des Sonnensystems vom Schwerefeld des jeweiligen Planeten eingefangen wurden. In den letzten zehn Jahren wurden mehrere Dutzend irregulärer Monde entdeckt, derzeit sind insgesamt 172 Planetenmonde im Sonnensystem bekannt. Die zahlreichen Entdeckungen verdanken die Forscher insbesondere verbesserten Sensoren, beispielsweise lichtempfindlichen CCD-Kameras. Zudem führten sie gezielte Suchprogramme für Planetenmonde durch. Die Gruppe um Scott S. Shepard hat bereits mehr als drei Dutzend Planetenmonde aufgespürt.