Zwergalaxien müssen offenbar mindestens zehn Millionen Sonnenmassen vereinen, berichten Forscher nach Beobachtungen von 18 solcher kleinen Galaxie-Trabanten unserer Milchstraße. Dabei halten sich sehr leuchtstarke, aber auch extrem lichtschwache Vertreter übereinstimmend an diese Massenuntergrenze, stellten Louis Stringari von der University of California in Irvine und seine Kollegen überrascht fest. Dies bedeute, dass der Löwenanteil der schwach leuchtenden Vertreter aus unsichtbarer Dunkler Materie bestehen muss.

Zwerggalaxien um die Milchstraße
© J. Bullock/M. Geha/R. Powell
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Das Team hatte die Lichtspektren der Zwerggalaxien mit zwei Teleskopen analysiert, um daraus die Geschwindigkeiten der einzelnen Sterne und darüber die Gesamtmasse der Galaxien zu errechnen. Die überraschend massereichen, leuchtschwachen Zwerggalaxien können demnach 10 000-fach mehr unsichtbare Dunkle Materie aufweisen als sichtbare, ermittelten die Forscher.

Erst ab einer Konzentration von 10 Millionen Sonnenmassen in einem Raumareal von knapp 1000 Lichtjahren Durchmesser scheinen sich Zwergalaxien überhaupt stabil zu bilden, schlussfolgern Stringari und Co. Den Startpunkt für die Bildung setzt dabei nach gängiger Theorie Dunkle Materie, die dann sternbildende sichtbare Materie anzieht. Die kleineren Zwerggalaxien verschmelzen wohl schließlich zu größeren Exemplaren wie der Milchstraße.

Dunkle Materie, die fast neunzig Prozent aller Masse im Universum ausmacht, gibt keine Strahlung ab, die sich mit Teleskopen einfangen lässt. Sie ist daher unsichtbar, nur ihre Schwerkraft verrät ihre Präsenz. (jo)