Sonderausgabe - Digital-Manifest

Cover Spektrum - Die WochePDF Bild

Liebe Leserin, lieber Leser,

wohin führt die digitale Revolution? In einem Manifest erheben neun europäische Forscher und IT-Experten warnend die Stimme: Schon bald könnten wir in einer automatisierten
Gesellschaft zu leben, in der Algorithmen zunehmend unser Verhalten bestimmen. Um Gefahren für Freiheit und Demokratie zu begegnen und die Chancen der digitalen Entwicklung zu wahren, stellen die Autoren zudem eine gemeinsame "Strategie für das digitale Zeitalter vor" und loten in Einzelbeiträgen bestimmte Aspekte tiefer aus. Das Manifest ist Ausgangspunkt einer Debatte über unsere digitale Zukunft. Wir bündeln in dieser Sonderausgabe von "Spektrum Die Woche" daher auch erste Interviews mit weiteren Experten aus Informatik und Philosophie. Darüber hinaus führen wir die Debatte online weiter: http://www.spektrum.de/t/das-digital-manifest.

Herzlich grüßt Ihr
Carsten Könneker
koenneker@spektrum.de

Inhalte dieser Ausgabe

Meinung

Digitale Selbstbestimmung durch ein "Recht auf Kopie"

Genossenschaftlich verwaltete Datenbank geben den Menschen den Nutzen an ihren Daten zurück

Europa muss Bürgern ein "Recht auf Kopie" garantieren, sagt Ernst Hafen - ein erster Schritt zur Datendemokratie wären genossenschaftlich organisierte Banken für persönliche Daten.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen mitbestimmen dürfen

Dezentralisierung und Mitbestimmmg als Säulen der demokratischen digitalen Gesellschaft

Damit alle verantwortungsvoll mit Technik umgehen, muss auch jeder ein Stück weit mit entscheiden dürfen, findet Bruno Frey von der Universität Basel.

Demokratische Technologien und verantwortungsvolle Innovation

Unsere Werte müssen sich in den Dingen ausdrücken, die wir schaffen

Wenn Technik darüber bestimmt, wie wir die Welt sehen, drohen Missbrauch und Täuschung. Innovation muss daher unsere Werte widerspiegeln, findet Jeroen van den Hoven.

Technik braucht Menschen, die sie beherrschen

Der Mensch muss die Technik kontrollieren - nicht umgekehrt!

Anstatt uns von intelligenter Technik das Denken immer mehr abnehmen zu lassen, sollten wir lernen, sie besser zu kontrollieren, meint Gerd Gigerenzer. Am besten von klein auf.
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Big Data zum Nutzen von Gesellschaft und Menschheit

5 Grundprinzipien für einen verantwortungsvollen Umgang mit großen Datenmengen

Die Macht der Daten lässt sich für gute und für schlechte Zwecke nutzen. Roberto Zicari und Andrej Zwitter haben fünf Prinzipien für eine Big-Data-Ethik formuliert.

Wenn intelligente Maschinen die digitale Gesellschaft steuern

Wer sich nicht von Maschinen kontrollieren lassen will, sollte sparsam mit seinen Daten sein

Im digitalen Zeitalter steuern Maschinen schon heute unseren Alltag. Das sollte ein Grund sein, sparsam mit unseren Daten umzugehen, meint KI-Expertin Yvonne Hofstetter.

"Big Nudging" - zur Problemlösung wenig geeignet

Disruptive Verhaltenssteuerung durch Big Data

Wer über große Datenmengen verfügt, kann Menschen auf subtile Weise manipulieren. Doch auch Gutmeinende laufen Gefahr, mehr falsch als richtig zu machen, kommentiert Dirk Helbing.

Topthemen

Das Digital-Manifest

IT-Revolution

Digitale Demokratie statt Datendiktatur

Droht uns die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen und künstliche Intelligenz? Ein gemeinsamer Appell zur Sicherung von Freiheit und Demokratie.
Computerhirn

Informatik

Eine Ethik für Nerds

Big Data und autonom lernende KI-Systeme bieten erhebliche Chancen, etwa in der Medizin, sagt der Informatiker Gerhard Weikum.
Mikroschaltkreis

Risikobewertung

Fukushima der künstlichen Intelligenz

Die ethischen Herausforderungen der künstlichen Intelligenz sind beispiellos, sagt der Philosoph Thomas Metzinger. Doch ein "KI-Wettrüsten" könnte zum Kontrollverlust führen.
Digitalisierte Menschen

IT-Revolution

Eine Strategie für das digitale Zeitalter

Die Digitalisierung schreitet ungebremst voran, gefährdet aber auch unsere Demokratie, wenn wir sie nicht zügeln. Was müssen wir tun?
Erschienen am: 21.12.2015