450. Geburtstag: Wann rehabilitierte die Kirche Galileo Galilei?

a) 1633
b) 1741
c) 1822
d) 1979
e) 1992

Antwort:

Es war 1992.

Erklärung:

Im Jahr 1633 wurde Galileo Galilei von der kirchlichen Inquisition zu lebenslänglichem Hausarrest verurteilt. Dabei entging er nur knapp dem Scheiterhaufen, auf dem bereits knapp dreißig Jahre vorher Giordano Bruno wegen ähnlich "ketzerischer" wissenschaftlicher Gedanken endete.

Grund für die Verurteilung war das auch von Galilei vertretene Kopernikanische Weltbild, nach dem sich die Planeten – und damit ebenso die Erde – um die Sonne drehen. Das aber stand im Gegensatz zu dem von der Kirche akzeptierten Ptolemäischen Weltbild, bei dem die Erde starr im Mittelpunkt des Universums fixiert ist.

Galilei wurde als Häretiker angeklagt und musste vor dem Kirchengericht seine Ansichten widerrufen sowie bestätigen, dass er in seinem Buch über die beiden Weltbilder geirrt habe. Ansonsten hätte ihm der Tod gedroht. Erschwerend kamen für Galilei eventuell noch verletzte Eitelkeiten beim damaligen Papst Urban VIII. hinzu, den er in seinem Werk "Dialog über die zwei wichtigsten Weltsysteme, das Ptolemäische und das Kopernikanische" als den Einfaltspinsel "Simplicio" darstellte, der weiter auf seiner geozentrischen Meinung beharrt.

Der italienische Wissenschaftler starb 1642 verbittert und erblindet in seinem Haus bei Florenz – allerdings wohl in innerer Opposition zur damals herrschenden Kirchenmeinung: Nach Verlesen des Inquisitions-Urteils soll er das berühmte Bonmot "Und sie bewegt sich doch!" gemurmelt haben (für das es aber keine gesicherten Belege gibt).

Eine erste Aufwertung von Seiten Roms erfuhr Galileo Galilei post mortem 1741, als das Kirchengericht auf Veranlassung von Papst Benedikt XIV. erstmalig die kirchliche Druckerlaubnis für sein Gesamtwerk erteilte.

Nochmals achtzig Jahre später gab Pius VII. 1822 den kirchlichen Segen für die Imprimatur eines Buchs, in dem das Kopernikanische Weltbild als physikalische Realität abgebildet wird – als Premiere in der Geschichte des katholischen Glaubens.

Ein knappes Jahr nach seiner Ernennung wies Papst Johannes Paul II. im Jahr 1979 die Päpstliche Akademie der Wissenschaften an, den Fall Galileo Galilei erneut aufzurollen und aufzuarbeiten.

Dieses Gremium benötigte dazu 13 Jahre und übergab schließlich am 31. Oktober 1992 Johannes Paul II. den Abschlussbericht der Untersuchungen. Bei dieser Gelegenheit hielt das Kirchenoberhaupt jene Rede vor der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, die bis heute als Entschuldigung an Galileis Adresse gilt, da er in ihr die Verurteilung des Wissenschaftlers revidierte und damit dessen Ehre auch von Seiten der Kirche wieder herstellte.
Galileo Galilei
© Justus Sustermans: Galileo Galilei, 1636 / public domain
(Ausschnitt)
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Galileo Galilei (15.2.1564 - 8.1.1642)