Auf welchem Planeten des Sonnensystems dauert ein Tag länger als ein Jahr?

Jan Osterkamp
a) Pluto
b) Neptun
c) Uranus
d) Venus
e) Merkur

Antwort:

Es ist die Venus.

Erklärung:

Ein Venustag dauert mit 243 Erdentagen ein klein wenig länger als ein Venusjahr (225 Tage). Und im übrigen sind venusische Sonnenaufgänge etwas ganz Besonderes: Der Planet rotiert "retrograd", weswegen zu Tagesbeginn die Sonne im Westen über den Horizont kriecht.

Auf Merkur sind Tage und Jahre insgesamt kürzer als auf der Venus: Der sonnennächste Planet rotiert dreimal in zwei Jahren, wobei ein Jahr (also ein Sonnenumlauf) 88 Erdentage dauert. Er dreht sich also mit einer Periode von 58,6 Erdtagen, entsprechend zwei Drittel seiner Umlaufdauer. Das bedeutet, dass drei Merkurtage zwei Merkurjahre dauern.

Aus irdischer Sicht gewöhnlicher verhält sich da schon der sonnenferne Pluto. Egal, ob er bald seinen derzeitigen Status als Planet aberkannt bekommt, auf ihm dauert ein Tag, also eine Eigenrotation, 6,4 Erdentage. Für einen Sonnenumlauf, also ein Plutojahr, braucht der Planet mehr als 248 Jahre. Da ist Neptun, obwohl er ja zeitweise sogar weiter von der Sonne entfernt ist als Pluto, mit seiner Umlaufzeit von 164 Jahren und 288 Tagen fast ein Sprinter. Ein Tag auf Neptun ist übrigens auch kürzer als ein Plutotag: 16 Stunden und 7 Minuten vergehen zwischen zwei Sonnenaufgängen.

Bild
© Space Telescope Science Institute
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernUranus

Bei Uranus beträgt die Umlaufzeit um die Sonne 84 Jahre und 5 Tage, die Dauer der Eigenrotation aber im Mittel wohl knapp 11 Stunden. Ungewöhnlich ist allerdings die Lage seiner Rotationsachse: Sie liegt fast in der Bahnebene des Planeten, statt wie bei den übrigen mehr oder weniger senkrecht dazu zu stehen. Mit ihrer Neigung von 98 Grad rollt Uranus somit regelrecht um die Sonne - zumindest fast. Nachdem er nicht ganz auf der Seite liegt, scheint im Laufe eines Uranusjahres doch auf jedem Fleck irgendwann einmal die Sonne aus dem Zenit. Am Uranuspol herrschen 42 Erdenjahre lang Tag und die gleiche Zeit Nacht. Übrigens ist nicht ganz klar, wie schnell sich der unter den Wolkenschichten liegende Planetenkörper wirklich dreht: Die beobachtbare Bewegung der äußeren Wolkenschichten könnte auch allein von Stürmen hervorgerufen werden.