Der Bau eines Schifffahrtsweges vom Rhein zur Donau begann im Jahr

a) 11 n. Chr.
b) 793
c) 1836
d) 1921
e) 1960

Antwort:

Karl der Große versuchte im Jahr 793 - allerdings vergeblich -, eine Verbindung zwischen Rhein und Donau zu schaffen.

Erklärung:

Am 25. September 1992 wurde das letzte noch fehlende Teilstück eines heftig umstrittenen Bauwerks eröffnet. Der Rhein-Main-Donau-Kanal verbindet seitdem die Nordsee mit dem Schwarzen Meer mit einer 3500 Kilometer langen Wasserstraße. Umstritten war vor allem der letzte Bauabschnitt, der durch das damals noch fast unberührte Altmühltal führt.

Die Idee, die Flusssysteme des Rheins und der Donau miteinander zu verbinden, bestand schon lange. So erkannten bereits die Baumeister Karls des Großen (768-814), dass sich zwischen der Schwäbischen Rezat, deren Wasser über die Regnitz und den Main den Rhein erreicht, und die Altmühl, die bei Kelheim in die Donau mündet, die europäische Wasserscheide verhältnismäßig leicht überwinden lässt. Karl dachte dabei vermutlich nicht nur an die wirtschaftlichen Vorteile für sein expandierendes Reich – schließlich war im Mittelalter das Wasser der einzige Transportweg von Bedeutung –, sondern auch strategisch: Im Jahr 788 waren die Awaren in Bayern eingefallen, Karls Truppen brauchten Nachschub.

Und so begannen im Herbst des Jahres 793 schätzungsweise 6000 Mann in der Nähe von Treuchtlingen an zu arbeiten und schufen einen etwa drei Kilometer langen Graben. Doch das Vorhaben stieß auf unerwartete Schwierigkeiten, wie Karls Biograph Einhard berichtet: "Denn wegen des anhaltenden Regens sowie durch die sumpfige Bodenbeschaffenheit konnte das Werk keinen Bestand haben. Was die Werkleute bei Tag aushoben, rutschte bei Nacht wieder an seinen Platz zurück." Die Fossa Carolina, zu deutsch Karlsgraben, wurde vermutlich nie vollendet, auch wenn mancher Historiker glaubt, dass der Kanal zumindest zeitweise in Betrieb war. Heute sind nur noch kümmerliche Reste des mittelalterlichen Projektes zu bewundern.

Mehr Glück hatte König Ludwig I. von Bayern: Im Jahr 1836 begannen die Arbeiten zum Ludwig-Donau-Main-Kanal, die 1846 abgeschlossen werden konnten. Damit gab es eine 178 Kilometer lange Verbindung von Bamberg am Main bis nach Kelheim an der Donau, wobei die zu überwindenden 187 Höhenmeter mit 100 Schleusen bewältigt wurden. Wegen seiner geringen Breite blieb der Kanal jedoch schlecht befahrbar und wurde schließlich auf Grund von Kriegsschäden 1950 endgültig aufgegeben.

Bereits zuvor, 1921, wurde die Rhein-Main-Donau AG gegründet und mit einem Neubau beauftragt. Der Bau begann 1960, das erste Teilstück zwischen Erlangen und Fürth konnte 1972 eröffnet werden.

Wer sich näher für die Fossa Carolina interesssiert, dem sei die Karlsgraben-Ausstellung in Treuchtlingen empfohlen.