Das Phlogiston brauchte man für

Emanuela Buyer
a) die Wärmelehre
b) die Gravitationstheorie
c) die Wellentheorie des Lichts
d) die dunkle Energie

Antwort:

Phlogiston ist, einer überholten Hypothese zufolge, die " Substanz der Wärme". Im 17. und 18 Jahrhundert besagte sie, dass sie brennbaren Stoffen innewohnt.

Erklärung:

Das Phlogiston – vom Chemiker Johann Joachim Becher im späten 17. Jahrhundert postuliert und von Georg Ernst Stahl später weiterentwickelt –, erfreute sich lange einer großen Popularität. Und dies, obwohl es sich um eine Sache handelte, die geruchlos, geschmacklos und unsichtbar war und somit nicht direkt nachgewiesen werden konnte. Da die Hypothese vor allem in Frankreich Unterstützung fand, wurde sie auch "das französische Prinzip" genannt.

So sollte beim Erwärmen eines Stoffes aus der umgebenden Luft Phlogiston in ihn eindringen und beim Erkalten wieder aus ihm austreten, wodurch er wieder auf seine ursprüngliche Größe schrumpfte. Das Verhalten des Phlogistons erklärte den Wissenschaftlern damals die Volumenänderung von Körpern. Verbrannte ein Körper, so entwich wiederum das Phlogiston und es verblieb die "wahre" Substanz. Auch das Rosten von Eisen wurde auf diese Weise erklärt: Phlogiston trat aus, wurde von der Luft aufgenommen und zurück blieb der "dephlogisierte" Rost.

Vor Rätsel stellte die Hypothese die Forscher jedoch, sobald sie Betrachtungen der Massen anstellten oder lapidar fragten: Wie schwer ist diese Substanz eigentlich? Denn drang sie beim Erwärmen in das Material ein, so änderte sich die Masse des Objektes nicht. Wurde jedoch Holz verbrannt, so war die übrigbleibende Asche leichter als das ursprüngliche Holz, während es beim Rosten genau umgekehrt war. Einige Chemiker behaupteten deshalb sogar, Phlogiston habe manchmal eine positive, manchmal keine und manchmal gar eine negative Masse.

Dies erschien dem französischen Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier jedoch nicht plausibel. Er entwickelte Ende des 18. Jahrhunderts seine Oxidationstheorie und postulierte den Massenerhalt bei chemischen Reaktionen. Von vielen wird er deshalb heute als der "Vater der modernen Chemie" gepriesen.

Die Gravitationskraft in seine Theoriegebäude einzubauen, fiel Newton nicht leicht: Die Vorstellung einer "Anziehungskraft" zwischen zwei Objekten, die offensichtlich durch nichts verbunden waren, würde heftige Kontroversen innerhalb der Royal Society geben, prophezeite er. Seine Theorie, die mittlerweile universell akzeptiert ist, schien für viele damals absurd. Heute sucht die Teilchenphysik nach dem Graviton als Eichboson der Gravitation.

Der Äther wiederum schien unabdinglich für die Ausbreitung des Lichts. Alle Arten von Wellen benötigten ein Medium – ob Schallwellen, Wasserwellen oder andere: keine Frage also, dass dies der Äther für die Lichtwellen sein müsse. Erst Ende des 19. Jahrhunderts konnten Albert Abraham Michelson und Edward Morley mit Hilfe des "Michelsoninterferometers" diese Hypothese widerlegen.

Die Quintessenz schließlich ist ein alter Name für ein völlig neues Konzept: Nach Christof Wetterich von der Universität Heidelberg ist dies die "dunkle Energie", nach der die Astrophysiker und Kosmologen so intensiv suchen. Und was ist die Quintessenz? Ein dynamisches Quantenfeld. Das sagt den wenigsten von uns mehr, aber der Physiker hat für dieses Konzept immerhin den mit 750 000 Euro dotierten Max-Planck-Forschungspreis bekommen.

Das Phlogiston brauchte man für