Die Kapitulation von Santa Fé besiegelte

Andreas Jahn
a) die Gründung von Texas
b) den Untergang von Granada
c) die Reisen des Kolumbus
d) die argentinische Verfassung

Antwort:

In Santa Fé, dem Heerlager der Katholischen Könige, unterzeichneten am 17. April 1492 die spanischen Herrscher den Vertrag mit Christoph Kolumbus, dessen Entdeckungsreisen damit finanziell gesichert waren. Da Kolumbus alle seine Forderungen gegenüber dem Königshaus durchsetzen konnte, wurde der Vertrag als "Kapitulation von Santa Fé" bezeichnet.

Erklärung:

Christoph Kolumbus muss ein hartnäckiger Mann gewesen sein. Fast zwanzig Jahre verfolgte er wie besessen sein Vorhaben – ohne Gehör zu finden. Dabei war seine Idee, einen westlichen Seeweg nach Indien zu finden, gar nicht mal neu. Die Kugelgestalt der Erde, die damit grundsätzlich die Möglichkeit eröffnete, die asiatischen Länder quasi von "hintenrum" zu erreichen, war zu damaligen Zeiten allgemein bekannt.

Kolumbus verrannte sich allerdings in der geschätzten Entfernung: Lediglich 4000 bis 5000 Kilometer, so glaubte er, seien zurückzulegen, um Asien zu erreichen. Doch die Berater des portugiesischen Königs Johann II., dem er zuerst sein Anliegen vortrug, nahmen ihm das nicht ab. Der wirkliche Abstand von 20 000 Kilometern war mit damaligen Schiffen keinesfalls zu bewältigen. Die Entscheidung von Johann fiel damit konsequent aus: Antrag abgelehnt!

Frustriert zog Kolumbus 1485 nach Spanien; doch die hiesigen Herrscher, Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, hatten gerade Besseres zu tun: Sie führten Krieg gegen Granada, das letzte maurische Fürstentum auf der iberischen Halbinsel, um so die 500-jährige Reconquista zu ihrem Abschluss zu führen. Und die spanischen Kommissionen, die Kolumbus' Anliegen begutachteten, lehnten ebenfalls ab.

1491 brach Kolumbus auf, um bei einem weiteren europäischen Königshaus vorstellig zu werden. Doch er brauchte Frankreich, das Ziel seiner Reise, gar nicht mehr zu erreichen. Denn im Kloster La Rábida, wo der unermüdliche Antragsteller Rast machte, überredete ihn der Mönch Juan Perez, seines Zeichens Beichtvater von Isabella, es noch einmal mit der widerspenstigen Königin zu versuchen.

Im richtigen Moment. Denn am 2. Januar 1492 kapitulierte der Maurenfürst Muhammad XII. – Das Sultanat von Granada war gefallen.
Kolumbus und Isabella
© V. Turgis: Christophe Colomb a la cour d'Isabelle I., Lithographie um 1840 / public domain
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKolumbus und Isabella
Isabella hatte jetzt den Kopf frei, um sich Kolumbus' Wünsche anzuhören. Und diese waren beträchtlich: Er wollte geadelt und zum Admiral ernannt werden, verlangte den Titel Vizekönig für alle der von ihm zu entdeckenden Ländereien und beanspruchte ein Zehntel des zu erwartenden Gewinns. Isabella lehnte empört ab.

Während Kolumbus wieder auf dem Weg nach Frankreich war, bekniete Isabellas Schatzmeister Luis de Santángel seine Königin, auf die unglaublichen Forderungen des Seefahrers einzugehen. Hilfreich bei Isabellas Entscheidungsfindung dürfte auch die Bereitschaft Santángels gewesen sein, seine Privatschatulle für die Expedition zu öffnen. Und auch ein Sklavenhändler aus dem Hause Medici, der neue "Ware" witterte, trug zur Finanzierung bei.

Der Rest ist schnell erzählt: Kolumbus wurde flugs zurückbeordert, alle seine Bedingungen wurden akzeptiert, am 3. August 1492 stach er in See und erreichte am 12. Oktober die Bahamas-Insel Guanahani, die er auf den Namen San Salvador taufte. Die Folgen sind ebenfalls bekannt: Vor der Ankunft des Entdeckers lebten schätzungsweise 15 Millionen "Indianer" im karibischen Raum, nur sechzig Jahre später galten die Ureinwohner als ausgestorben.

Für die spanische Krone hatte sich die Investition gelohnt. Nach der Reconquista folgte fast ohne Übergang die Conquista der "Neuen Welt", bei der sich spanische Militärs hervortun konnten. Durch die Ausbeutung Lateinamerikas überflügelte Spanien bald die alte Seemacht Portugal.

Kolumbus war vermutlich bis zu seinem Lebensende davon überzeugt, in Indien gelandet zu sein. Vor 500 Jahren, am 20. Mai 1506, starb der Seefahrer, dessen Herkunft immer noch ungeklärt ist, in Valladolid.

Santa Fé, das alte Heerlager der Katholischen Könige vor den Toren Granadas, avancierte inzwischen zur Kleinstadt und zur Patin von Stadtgründungen in der Neuen Welt - wie beispielsweise "La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de Asís", zu deutsch "Königliche Stadt des heiligen Glaubens des heiligen Franz von Assisi", im heutigen US-Bundesstaat New Mexico. Große Teile des Südens der USA gehörten lange Zeit zu Spanien beziehungsweise zu Mexiko, dessen Unabhängigkeit Spanien 1821 anerkannte. Das benachbarte Texas konnte sich jedoch mit der mexikanische Herrschaft nicht anfreunden und schlug deren Truppen am 21. April 1836 am Río San Jacinto. Lange sollte der junge Staat allerdings nicht existieren: Am 19. Februar 1845 wurde Texas von den USA annektiert.

Eine Stadt namens Santa Fé gibt es auch in Argentinien, die in den Unabhängigkeitskriegen des südamerikanischen Landes eine Rolle spielte. 1853 entstand hier die republikanische Verfassung, die im Wesentlichen bis heute gilt.

Die Kapitulation von Santa Fé besiegelte