Hochsommer 1816 und im Osten der USA gefriert die Wäsche an der Leine. Was war passiert?

a) El Niño
b) Vulkanausbruch in Indonesien
c) Kleine Eiszeit
d) Waldbrände in Kalifornien

Antwort:

Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora hat den Sommer 1816 verhagelt.

Erklärung:

Das Unglück hatte schon ein Jahr zuvor, im April 1815 begonnen, als im Norden der indonesischen Insel Sumbabwa der Vulkan Tambora ausbrach und über 90 000 Menschenleben forderte. "In einem Umkreis bis zu 1600 Kilometern Entfernung bebte die Erde; und auch das Donnern der Explosionen war dort noch zu hören", schrieb Sir Thomas Stamford Raffles, damals Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Indonesien.

Der vormals rund 4000 Meter hohe Tambora war nach dem Ausbruch fast 1300 Meter niedriger und hatte rund 150 Kubikkilometer Asche ausgeworfen. Sie führte in einem Umkreis von 500 Kilometern drei Tage lang zur völligen Dunkelheit. Noch Jahre später stießen Schiffe immer wieder auf Inseln aus Bimsstein, die im Meer herumtrieben. Vermutlich hat es seit 1600 nie wieder einen so heftigen Vulkanausbruch gegeben.

Jahrelang trieben die Aschewolken in der Stratosphäre, verdunkelten die Sonne und ließen vor allem in den nördlichen Breiten die Temperaturen sinken. Der Uhrmacher Chauncey Jerome aus Plymouth in Connecticut schrieb später über den Sommer 1816: "An den 7. Juni kann ich mich sehr genau erinnern. Auf meinem Weg zur Arbeit […] musste ich mir warme Wollsachen und einen Mantel anziehen. […] An diesem Tag schneite es etwa eine Stunde. Am 10. Juni zeigte mir meine Frau einige Tücher, die sie zum Bleichen ausgelegt und über Nacht draußen gelassen hatte: Sie waren steif gefroren wie im Winter."

Hochsommer 1816 und im Osten der USA gefriert die Wäsche an der Leine. Was war passiert?