Im Schlaf kam Friedrich August Kekulé der Geistesblitz, wie die lange gesuchte Strukturformel eines Moleküls aussieht. Um welche Verbindung handelte es sich?

a) Benzpyren
b) Benzaldehyd
c) Benzol
d) Benzoesäure

Antwort:

Der Schlaf verhalf Friedrich August Kekulé zum Durchbruch bei dem lange gewälzten Problem, wie die Strukturformel von Benzol aussieht.

Erklärung:

Sechs Kohlenstoff- und sechs Wasserstoffatome – wie mochten diese Teilchen im Benzolmolekül bloß miteinander verwoben sein, sodass sich die vielen chemischen Eigenarten erklären ließen? Tagelang hatte sich Friedrich August Kekulé von Stradonitz (1829-1896) im Jahre 1865 in der belgischen Stadt Gent vergeblich den Kopf über die chemische Struktur der farblosen, süßlich-aromatisch riechenden, brennbaren Flüssigkeit zerbrochen, bis er das Rätsel endlich knackte – im Schlaf.

Über seinem Problem grübelnd war der deutsche Chemiker eines Abends vor dem knisternden Kaminfeuer eingenickt. "Wieder gaukelten die Atome vor meinen Augen", erinnerte er sich später. "Kleinere Gruppen hielten sich diesmal bescheiden im Hintergrund. Mein geistiges Auge, durch wiederholte Gesichte ähnlicher Art geschärft, unterschied jetzt größere Gebilde von mannigfacher Gestaltung. Lange Reihen, vielfach dichter zusammengefügt. Alles in Bewegung, schlangenartig sich windend und drehend. Und siehe, was war das? Eine der Schlangen erfasste den eigenen Schwanz und höhnisch wirbelte das Gebilde vor meinen Augen. Wie durch einen Blitzstrahl erwachte ich und verbrachte den Rest der Nacht, um die Konsequenzen der Hypothese auszuarbeiten."

Der Uroboros, ein altes alchemistisches Symbol, hatte dem Forscher im Traum den entscheidenden Fingerzeig zu der gesuchten Strukturformel geliefert. Wie die sich im Kreise drehende Schlange reihen sich die einzelnen Atome des Benzolmoleküls in einem Ring ohne Anfang und Ende aneinander, erkannte Kekulé.

Erst 35 Jahre später gab er die Traumgeschichte zum ersten Mal auf der so genannten "Benzolfeier" preis, die die chemische Industrie ihm zu Ehren ausrichtete. Ob die Lösung des Strukturproblems auf einer wahren Begebenheit beruht oder es sich um ein von Kekulé selbst erfundenes Märchen handelt, lässt sich indes nicht mehr klären.