In welcher Nation wird man am ehesten steinreich?

a) Nauru
b) Luxemburg
c) USA
d) Yap
e) Südafrika

Antwort:

Es ist Yap in Mikronesien.

Erklärung:

Auf dem kleinen Eiland Yap, das zur Inselwelt Mikronesiens im Pazifik zählt, galt über Jahrhunderte hinweg bis vor wenigen Jahren eine ganz besondere Währung: Steingeld. Dabei handelte es sich aber nicht um kleine Kiesel oder ähnlich handliche Bruchstücke, sondern um teils mühlradgroße, runde Steine, die von einem Loch in der Mitte geziert wurden. Diese Rundung diente wiederum dem leichteren Transport des Ursprungsmaterials, das auf der knapp 350 Kilometer entfernten Insel Palau gewonnen und per Schiff nach Yap transportiert wurde.

In der heutigen Zeit ersetzt der Dollar dieses Zahlungsmittel, aber zu bestimmten Anlässen werden finanzielle Transaktionen immer noch mit dem traditionellen Steingeld getätigt – etwa Grundstücksgeschäfte. Der Wert der einzelnen aus Kalkstein gewonnen "Münzen" hängt dabei nicht nur von ihrer Größe, sondern ebenso von ihrer Geschichte oder Farbe ab. Es gibt fünf Größen, wobei die kleinsten Stücke (Reng) nur dreißig Zentimeter, die größten (Mmbul) aber bis zu vier Meter im Durchmesser erreichen. Zumeist wird das Geld, das auch Fé genannt wird, in einem trockenen Kanal im Inselinneren – der so genannten Steingeldbank – gelagert. Einzelne Stücke schmücken aber auch die Hauswände von Häuptlingen oder liegen verstreut entlang verschiedener Wege. Insgesamt gibt es etwa 6800 Fés auf der Insel.

Wechselt das Geld den Besitzer, so bleibt es häufig an Ort und Stelle: Es ist meist zu schwer, als dass man es ohne weiteres bewegen könnte. Je mehr Steingeld ein Bewohner Yaps – das einst auch eine deutsche Kolonie war – besitzt, desto wohlhabender ist er: Er gilt im wahrsten Sinne des Wortes als steinreich.
Steingeld auf Yap
© NOAA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSteingeld auf Yap
Auch Nauru liegt im Südpazifik und erlangte einst mit einem Mineral beachtlichen Wohlstand: Phosphat. Die Ausbeutung dieses Rohstoffs katapultierte die Insel zeitweilig unter die reichsten Nationen der Erde. Heute sind die Bestände allerdings ausgebeutet und die Bewohner so verarmt, dass sie sogar gegen Bezahlung Auffanglager für Flüchtlinge errichten, die von Australien nicht gewollt und dorthin umgeleitet werden. Bezahlt wird dort allerdings seit langem mit richtigem Geld.

In Südafrika lässt sich ebenfalls ein beachtliches Vermögen mit kleinen Steinchen erwirtschaften. Aber offiziellen Charakter als Zahlungsmittel erlangten Diamanten nie.

Auf normale Weise kommt man in Luxemburg am schnellsten zu einem Vermögen: Das Land liegt zumindest in Europa an erster Stelle aller Staaten, was das durchschnittliche Einkommen und die Kaufkraft seiner Bürger anbelangt.

In welcher Nation wird man am ehesten steinreich?