Rosetta ist nicht die erste Mission zu einem Kometen. Doch wobei handelt es sich nicht um eine Kometensonde?

a) Comet
b) Deep Impact
c) Giotto
d) ICE
e) Stardust

Antwort:

Trotz des passenden Namens ist die Comet keine Kometensonde, geschweige denn ein reales Raumfahrzeug. Vielmehr verlieh der amerikanische Sciencefiction-Autor Edmond Hamilton (1904-1977) in seinen Groschenheftchen der vierziger Jahren dem Raumschiff des Titelhelden Captain Future diesen Namen.

Die Sciencefiction-Abenteuer dienten später als Vorlage für eine japanische Zeichentrickserie, die auch im deutschen Fernsehen Ende der siebziger Jahre ausgestrahlt wurde.

Weblink:
Mehr zu Captain Future: www.captainfuture.com

Erklärung:

Deep Impact ist nicht nur ein Hollywoodstreifen, der uns im Jahr 1998 den drohenden Weltuntergang in die Kinos brachte, sondern tatsächlich eine Kometenmission der NASA. Sie soll am 30. Dezember dieses Jahres starten und vier Monate später den Komet 9P/Tempel 1 erreichen. Dort soll die Muttersonde ähnlich wie Rosetta einen kleinen Raumflugkörper ausklinken – den Impactor – und auf Kollisionskurs mit dem Kometen bringen.

Anders als Philae, der kleine Begleiter von Rosetta, soll der Impactor nicht sanft auf dem Kometen aufsetzen, sondern mit voller Wucht auf ihn treffen. Wissenschaftler erwarten, dass der Einschlag des 370 Kilogramm schweren Körpers einen Krater mindestens von der Größe eines Hauses, vielleicht aber auch so groß wie ein Fußballstadion reißen wird. Das Ereignis soll sowohl von der Sonde aus auch von Teleskopen auf der Erde beobachteten werden und Aufschluss über das Innere des Himmelskörpers geben.

Weblinks:
Deep Impact – Die NASA-Mission: deepimpact.jpl.nasa.gov
Deep Impact – Der Kinofilm: www.imdb.com/title/tt0120647

Auch die Europäer haben schon lange vor Rosetta Raumsonden zu Kometen geschickt. So startete bereits im Juli 1985 die ESA-Raumsonde Giotto zu ihrer sieben Jahre währenden Mission – Europas erster Deep-Space-Mission. Dabei flog Giotto am 13. März bis auf 596 Kilometer an den Kern des Kometen Halley heran und durch dessen Schweif hindurch. Die Sonde überlebte das Teilchen-Bombardement, kehrte zur Erde zurück und wurde im April 1986 für fast vier Jahre in Winterschlaf versetzt. Nach dem Aufwecken wurde Giotto zu einer weiteren Kometenbegegnung geschickt und passierte im Juli 1992 den Kometen Grigg-Skjellerup in nur 100 bis 200 Kilometern Entfernung.

Der Name der Sonde geht im Übrigen auf den berühmten Florentiner Giotto di Bondone (1266-1337) zurück, der, inspiriert vom Auftauchen des Halley'schen Kometen im Jahre 1301, den Stern von Bethlehem als goldenen Kometen in seinem Fresco "Die Anbetung der Magier" aus dem Jahre 1304 darstellte, das noch heute in der Scrovegni-Kapelle zu Padua zu bewundern ist.

Weblinks:
Giotto – Die ESA-Mission: sci.esa.int/science-e/www/area/index.cfm?fareaid=15
Giotto – Der Maler: www.weltchronik.de/bio/cethegus/g/giotto.html

Nein, mit ICE ist nicht der Intercity Express der Deutschen Bundesbahn gemeint, sondern der International Cometary Explorer, eine NASA-Sonde, die bereits 1978 unter dem Namen International Sun-Earth Explorer-3 (ISEE-3) zu ihrer Mission aufbrach. Wie ihre beiden ISEE-Vorgänger diente die Sonde ursprünglich zur Erforschung des erdnahen Weltraums und der Magnetosphäre. Nachdem die Sonde jedoch ihre eigentliche Mission im Jahre 1982 erfüllt hatte, schickte die NASA sie auf eine Reise zum Kometen P/Giacobini-Zinner, den sie am 11. September 1985 in etwa 7900 Kilometern Entfernung passierte. Im März 1986 näherte sich ICE außerdem bis auf 28 Millionen Kilometer dem Halley'schen Kometen.

Weblinks:
ICE: heasarc.gsfc.nasa.gov/docs/heasarc/missions/isee3.html
ISEE: nssdc.gsfc.nasa.gov/space/isee.html
Kometensonden
© NASA / ESA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKometensonden
Kometensonden (von links nach rechts und von oben nach unten):
Deep Impact, Giotto, ICE (ISEE-3),
Stardust und Rosetta


Die Sonde Stardust war erst kürzlich in den Medien, als sie Anfang Januar in nur 300 Kilometern Entfernung an dem Kometen Wild 2 vorbei flog und dabei Staubpartikel aus dessen Schweif sammelte, um diese zur Erde zu bringen. Stardust hatte zu diesem Zeitpunkt seit ihrem Start im Februar 1999 bereits 3,2 Milliarden Kilometer hinter sich gebracht. Derzeit befindet sich die Sonde auf dem Rückweg zur Erde, wo der Sternenstaub sicher verpackt in einer Kapsel am 15. Januar 2006 über einem Militärgelände über dem US-Bundesstaat Utah abgeworfen werden soll.

Die Staubpartikel des Kometen sollen Wissenschaftlern helfen, Fragen nach dem Ursprung des Sonnensystems zu beantworten. Weniger wissenschaftlich, aber dafür der Allgemeinheit zugänglich: Zwei Mikrochips an Bord von Stardust haben die Namen von mehr als eine Million Menschen, die sich vor etwa sechs Jahren bei der NASA registriert hatten, auf den langen Weg mitgenommen. Auch der Impactor von Deep Impact wird so einen Chip mit sich führen, wenn er auf den Kometen Tempel 1 trifft - ob davon nach dem Aufprall jedoch viel übrig bleiben wird, steht in den Sternen.

Weblink:
Stardust:stardust.jpl.nasa.gov

Die Rosetta-Kometenmission, die am 26. Februar mit einer Ariane-5-Plus-Trägerrakete startet und etwa zehn Jahre später den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreichen soll, ist als Nachfolger der erfolgreichen Giotto-Mission konzipiert. Mit Philae soll 2014 ein Landemodul auf dem Himmelskörper landen, sich dort festhaken und Bodenproben nehmen und analysieren. Zuvor muss die Sonde jedoch rund fünf Milliarden Kilometer zurücklegen.

Rosettas Start hätte eigentlich schon vor knapp einem Jahr stattfinden sollen. Wegen Problemen mit einer neuen Ariane-5-Trägerrakte und der daraus resultierenden Verschiebung hätte sie aber ihren ursprünglichen Zielkometen, Wirtanen, nicht mehr anfliegen können. Daher hat die ESA mit Tschurjumow-Gerasimenko einen Ersatzkomet ausgewählt.

Die Mission ist nach dem Stein von Rosetta benannt, der half, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. Dreimal ist hier in den schwarzen Basalt derselbe Text eingraviert: in Hieroglyphen, in Demotisch und in Griechisch. So wie der Rosetta-Stein ein Schlüssel zum Verständnis einer alten Kultur war, so soll die Rosetta-Sonde helfen, die Rätsel um die Entstehung unseres Sonnensystems zu entschlüsseln. Kometen gelten als weitgehend unverfälschte Relikte aus den Anfangstagen des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren.

Weblinks:
Rosetta: www.esa.int/rosetta
Rosetta Science&Technoloy: sci.esa.int/science-e/www/area/index.cfm?fareaid=13

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