Seit wann gibt es Kontaktlinsen?

a) Seit dem Mittelalter
b) Seit 200 Jahren
c) Seit 100 Jahren
d) Seit 50 Jahren

Antwort:

Bereits vor 200 Jahren tauchte die Idee auf, Kontaktlinsen als Sehhilfen einzusetzen.

Erklärung:

Während die ersten Brillen vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts entwickelt wurden, ist die Erfindung der Kontaktlinsen als unmittelbare Sehhilfe dagegen verhältnismäßig jung. Wer als erster auf diesen Gedanken kam, ist unbekannt. Der englische Mediziner Thomas Young machte jedoch bereits 1801 erste Versuche mit kleinen Mikroskoplinsen, die er sich auf sein Auge setzte.

Der Züricher Augenarzt Adolf Fick beschrieb in seiner Doktorarbeit 1888 eine "Contactbrille". Sie bestand aus Glasschälchen, die er unter die Augenlider schob, sodass sie das Auge völlig abdeckten. Den Raum zwischen Glas und Hornhaut füllte er mit einer Traubenzuckerlösung. Nach Tier- und Selbstversuchen setzte er seine "Contactbrillen" bei sechs Patienten ein – allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

Im gleichen Jahr stellte der Elsässer Augenarzt Eugene Kalt der medizinischen Akademie in Paris Glasschalen vor, mit denen sich Keratokonus, eine Hornhauterkrankung, behandeln lassen sollte. Ein Jahr später beschrieb August Müller in seiner Doktorarbeit die Wirkungsweisen von Kontaktlinsen.

Die ersten Versuche scheiterten an der Unverträglichkeit des Glases. 1918 erhielt Carl Zeiss ein Patent für Kontaktlinsen aus Zelluloid. Doch erst mit der Erfindung von Plexiglas (Polymethylmethacrylat) stand ab dem Jahr 1928 ein einigermaßen verträglicher Kunststoff mit guten optischen Eigenschaften zur Verfügung. In den fünfziger Jahren wurden schließlich die ersten Kontaktlinsen aus Hydroxyethylmethacrylat entwickelt, die aufgrund ihrer Sauerstoffdurchlässigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit wesentlich besser verträglich waren und schließlich 1971 auf den Markt kamen.

Seit wann gibt es Kontaktlinsen?