Trypanophobiker haben Angst vor...

Nils Ehrenberg
a) Spritzen
b) lebendig begraben zu sein
c) der Zahl 13
d) Clowns

Antwort:

Leidet eine Person an Trypanophobie, fürchtet sie sich ganz besonders vor Spritzen.

Erklärung:

Der Begriff Trypanophobie bedeutet wortwörtlich "Angst vor dem Stechen". Damit ist also eigentlich die Furcht vor der Injektion als solcher gemeint, der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang aber allgemein von "Spritzenangst".

Die Vorstellung, die eigene Haut mit einer Nadel zu durchbohren, dürfte für die wenigsten angenehm sein. Wenn also bei einer Blutabnahme der Puls in die Höhe steigt und die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn des Patienten erscheint, ist dies Teil einer völlig normalen Abwehrreaktion gegenüber tatsächlichen oder vermuteten Verletzungen. Meist siegt jedoch die Vernunft über die Urangst, der Patient kann seine Gefühle unter Kontrolle bringen und lässt sich angesichts der offensichtlichen Notwendigkeit freiwillig verletzen.

Trypanophobikern dagegen fällt diese Überwindung ganz und gar nicht leicht. Bei ihnen ist die Furcht irrational und übersteigert, was sich in einer typischen Angstsymptomatik manifestiert: plötzliche Blässe, Ohnmacht, Schweißausbrüche sowie Übelkeit und Panikattacken. Das kann so weit gehen, dass Patienten fluchtartig das Behandlungszimmer verlassen oder gegenüber dem Arztpersonal tätlich werden.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Eine allgemein ängstliche Psyche kann ebenso eine Rolle spielen wie eine überdurchschnittliche Schmerzempfindlichkeit. Meist sind jedoch traumatische Erlebnisse verantwortlich, etwa besonders schmerzhafte medizinische Behandlungen in der Vergangenheit. Trypanophobiker bekämpfen ihre Angst in Verhaltenstherapien, in denen sie Schritt für Schritt an die Furcht einflößende Situation herangeführt werden. Setzt schließlich der Gewöhnungseffekt ein, wird die Angst erträglicher oder verschwindet sogar völlig.

Eine ganz andere Furcht bezeichnet die Taphephobie (griech.: taphos "Grab"): Die Angst davor, als Scheintoter lebendig begraben zu werden.

Während heute der Tod unter anderem durch Messung der Hirnströme zweifelsfrei festgestellt werden kann, waren die technischen Möglichkeiten in früheren Zeiten begrenzt und beschränkten sich auf die Kontrolle von Puls und Atmung. Tatsächlich sind Fälle historisch belegt, in denen man beim Öffnen von Gräbern auf Kratzspuren an der Innenseite des Sargdeckels oder merkwürdig verdrehte Skelette stieß – was entsprechenden Eindruck auf die Bevölkerung der damaligen Zeit machte.

So wies der erste amerikanische Präsident und Nationalheld George Washington die Bediensteten an, seinen Körper vor der letzten Reise noch mindestens drei Tage liegen zu lassen. Der Verfasser der berühmten "Traumnovelle" Arthur Schnitzler befahl angeblich einen Stich ins Herz, während der dänische Dichter Hans-Christian Andersen sogar verfügte, dass seinem Leichnam vor der Bestattung die Pulsadern geöffnet würden.

Die Taphephobie beherrschte Andersen so sehr, dass er jeden Abend einen Zettel mit der Aufschrift "Ich bin nur scheintot" neben sein Bett legte.

Die Triskaidekaphobie (griech.: triskaideka "Dreizehn") dagegen ist eine übersteigerte Form des Aberglaubens. Betroffene stimmen ihr ganzes Leben auf die Vermeidung der Zahl 13 ab. Diese Abneigung schlägt sogar auf Bereiche unseres täglichen Lebens durch: In einigen Hochhäusern und Hotels sucht man vergebens nach einem 13. Stock oder der Zimmernummer 13, Fluglinien verzichten in den Maschinen auf eine 13. Sitzplatzreihe und in der Formel 1 gibt es kein Fahrzeug mit der Nummer 13.

Der Ursprung der Triskaidekaphobie liegt einigen Deutungen zufolge im christlichen Glauben. Während die alten Germanen die 13 noch als Glückszahl verehrten, wandelte sich das "Dutzend des Teufels" bei den Christen zum Unglücksbringer: Der 13. Gast des letzten Abendmahls, Judas Ischariot, verriet Jesus an die Römer.

Die krankhafte Angst vor Clowns schließlich wird Coulrophobie (griech.: kolobathristes "jemand, der auf Stelzen geht") genannt. Was auf den ersten Blick skurril klingt, ist aus der Sicht eines Kleinkindes durchaus nachvollziehbar: Die überzeichneten Gesichtszüge eines Zirkusclowns können zusammen mit hektischen Bewegungen und schrillem Gelächter beängstigend wirken.

Stephen King verarbeitete die Coulrophobie in seinem Bestseller "Es", in dem eine Gruppe Kinder von einem bösen Clownswesen verfolgt wird. Berühmtester Betroffener ist "Fluch der Karibik" Star Johnny Depp, der nach eigenen Angaben seit seiner Jugend keinen Zirkus mehr betreten hat.

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