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Warum stürzen sich Heuschrecken todessüchtig ins Wasser?

Maria Schmidt
Heuschrecke
a) Altruismus
b) Überbevölkerung
c) Parasitenbefall
d) Flucht

Antwort:

Die Insekten fallen einem Parasiten zum Opfer, der ihr Verhalten wie das einer Marionette manipuliert.

Erklärung:

Im Tierreich gibt es verschiedene Parasitenarten, die das Verhalten ihres Wirtes beeinflussen können. Larvenstadien des Saitenwurms Spinochordes tellinii etwa nisten sich in Heuschrecken ein und wachsen dort heran. Der erwachsene Wurm braucht aber Wasser, um einen Partner zu finden und sich fortzupflanzen. Deshalb dringt er bis in das Nervensystem der Heuschrecken vor und lenkt von dort deren Verhalten. Er treibt die willenlosen Insekten ins Wasser - und somit in den Tod.

Tückischer Mitbewohner
  Tückischer Mitbewohner
Der Saitenwurm lebt unter anderem im Organismus der Eichenschrecke. Um sich zu vermehren, zwingt er seinen wasserscheuen Wirt ins Nass, wo dieser meist stirbt.

Doch müssen Lebewesen nicht unbedingt ferngesteuert werden, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Bei Blattläusen zum Beispiel wurde ein scheinbar altruistischer Tod beobachtet. Die Tiere schützen ihre eigene Kolonie mit hausgemachten chemischen Waffen gegen Fressfeinde und kommen dabei selbst ums Leben. Um diese Abwehr herzustellen, nehmen die Blattläuse aus ihrer Nahrung Glucosinolate auf und reichern sie im Blut an. Außerdem stellen die Insekten in ihren Muskeln einen Eiweißstoff her, der bei einer Verletzung freigesetzt wird und mit den Glucosinolaten zu giftigem Senföl reagiert. Die Fressfeinde werden so beim Angriff verletzt oder sogar vergiftet. Auf diese Weise wird die Lebensgemeinschaft der Blattläuse geschützt, auch wenn einzelne, angegriffene Insekten ihr Leben dafür lassen müssen.

Auch Lemmingen wurde lange Zeit altruistische Massensuizide unterstellt: Alte Mythen besagen, dass die Tiere sich bei Überbevölkerung angeblich todessehnsüchtig von der nächsten Klippe ins Jenseits stürzen. Doch wissenschaftlich gibt es keinen Beleg für dieses Verhalten. Zeitweise vermehren sich die Lemminge massenhaft. Weil die Tiere aber Einzelgänger sind und bei hohen Populationsdichten unter starkem sozialen Stress leiden, gehen große Lemminggruppen auf Wanderschaft. Diese Wanderungen rauben den kleinen Nagern oft die letzten Kräfte, so ertrinken oder verhungern immer wieder Tausende von ihnen.

Einige Tiere stürzen sich einfach aus verzweifeltem Überlebensinstinkt in den Tod, wie alle paar Jahre ein dramatisches Schauspiel in Namibia zeigt: Millionen Fische flüchten vor tödlichen Wolken von gelöstem Schwefelwasserstoff aus dem Meerwasser an Land. Dort türmen sich dann über weite Strecken hohe Berge von erstickten und vertrockneten Fischen.

Heuschrecke

Warum stürzen sich Heuschrecken todessüchtig ins Wasser?

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