Was gibt es nicht in roter, gelber und blauer Ausführung?

Ines Eckermann
Banane
© Knipseline / pixelio.de
(Ausschnitt)
a) Mais
b) Wellensittiche
c) Bananen
d) Zwergsterne

Antwort:

Es gibt keine roten Wellensittche.

Erklärung:

Wellensittiche gibt es in vielen Farben – nur nicht in rot. Dagegen konnten auch Züchter im 19. Jahrhundert nichts unternehmen, die unter anderem rote Pfefferkörner an die Tiere verfütterten, in der Hoffnung, dass diese dadurch ihre Farbe verändern. Dieser Versuch blieb aus einem einfachen Grund erfolglos: Den Vögeln fehlen die roten Pigmente.

In den wilden Populationen Australiens, von denen alle heute lebenden Wellensittiche abstammen, ist das Gefieder der meisten Tiere grün. Diese Farbe verdanken sie im Wesentlichen zwei Pigmenten: Eumelamin, das das Gefieder bläulich tönt, und Psittacin, das die Federn gelblich erscheinen lässt.

In den 1930er Jahren, fast ein Jahrhundert nach dem Beginn der Zucht in Europa, stellten Ornithologen fest, dass sich diese Farbgebung der Standvögel mit den mendelschen Regeln erklären lässt. Bei der intermediären Vererbung entscheiden nicht nur dominante oder rezessive Allele über die Ausprägung eines Merkmals – es gibt auch Mischformen. Durch dieses Prinzip schmückt einen Sittich mit einem Allel für gelb und einem für blau ein prächtig grünes Federkleid. Fehlt einem Sittich eines der beiden Pigmente, ist er entsprechend nur blau oder gelb, wie es bei den von Sittichfreunden sehr geschätzten Lutinos der Fall ist.

Zudem erklären die 1865 von Gregor Mendel niedergeschriebenen Regeln, warum zwei blaue Vögel keine gelben oder grünen Nachkommen haben können: Beiden fehlt das Gen, das Psittacin kodiert, und so können sie es auch nicht vererben. Wellensittich-Albinos hingegen besitzen gar keine Farbpigmente, weshalb ihre Federn weiß und ihre Augen durch die durchscheinenden Adern der Iris rot erscheinen.

Wellensittich
© Sandra Krumme
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernWellensittich
Mais dagegen ist etwas farbenfroher: In Europa kullern zwar meist nur goldgelbe Körnchen aus der Dose, in vielen anderen Teilen der Welt wächst aber auch roter, schwarzer oder blauer Mais. Während die Kolben der Sorte Granada rubinrot schimmern, bringt der nach einem nordamerikanischen Indianerstamm benannte Hopi-Mais blaue bis schwarze Körner hervor.

Ursprünglich stammt das Süßgras aus Mexiko und wurde bereits vor vielen tausend Jahren in Nord- und Zentralamerika kultiviert. Schon damals war es in Lateinamerika eines der Grundnahrungsmittel, was sich bis heute kaum geändert hat. So gehört in Peru und fast der gesamten Andenregion das aus Mais gebraute Chicha-Bier genauso zur Fiesta, wie Atol - ein warmer Maisbrei - zur mittelamerikanischen Frühstückspause. Vor allem aber wird Mais zu Tortillas verarbeitet, die so typisch für die lateinamerikanische Küche sind, dass sie sogar von Fast-Food-Ketten alternativ zu Pommes Frites angeboten werden. Auf Amerikareisende wirkt dagegen oft befremdlich, dass diese Maisfladen auch aus den blauen Hopikörnern gebacken werden, so dass sie eine löschblattähnliche blaue Farbe bekommen.

Die wenigen nicht christianisierten Maya vollziehen auch heute noch rituelle Zeremonien, bei denen sie Mutter Natur um ihren Mais bitten. Nachdem Kolumbus Ende des 15. Jahrhunderts die Maispflanze auch nach Europa gebracht hatte, begann allmählich eine intensive Nutzung dieses Getreides. In Deutschland findet Mais überwiegend als Futter in der Tiermast und zunehmend auch in der Biogasproduktion Verwendung.

Während deutsche Kühe also an Maiskolben knabbern, greifen die Deutschen selber lieber zur Banane, die hierzulande zu den beliebtesten Früchten zählt. Von den rund einhundert Arten weltweit schafft es fast nur die Cavendish in die Supermarktregale. In Mitteleuropa nimmt der Krummfruchtfreund mit grünen, gelben oder manchmal auch braunen Bananen Vorlieb - unterdessen ernten Farmer in Afrika und Amerika auch blaue und rote Früchte.

Nach etwa einem Jahr sind die Beeren der Staude erntereif. In Monokulturen kommt es jedoch oft gar nicht soweit, da ein Befall durch die weitverbreitete Panama-Krankheit kaum in den Griff zu bekommen ist. Dabei greift ein Schimmelpilz die Wurzeln der Stauden an, die daraufhin zu faulen beginnen. Fungizide können helfen, meist ist es jedoch nötig, die Pflanze zu vernichten und für einige Zeit eine andere Sorte Bananen anzupflanzen.

Dass die roten Formen der manchmal auch gelben Manzana-Bananen ihren Weg auf den deutschen Markt noch nicht gefunden haben, wird besonders von vielen Exil-Südamerikanern in Europa bedauert: Ihr spanischer Name bedeutet "Apfel", und so ähnlich schmeckt die leicht säuerliche Frucht auch. In der Heimat gilt sie als Delikatesse, die europäischen Vorstellungen vom typischen Bananengeschmack erfüllt sie allerngs nicht. Die burmesische Kochbanane ist dagegen zwar roh nicht sonderlich schmackhaft, besticht aber optisch durch ihre tiefblaue Schale.

Auch Zwergsterne leuchten zum Teil blau sowie rot oder gelb. Die meisten Sterne, die wir am nächtlichen Himmel sehen, gehören dieser Gruppe an. Über ihre Farbe entscheidet die Temperatur an der Oberfläche. So erscheinen extrem heiße Zwergsterne bläulich, während die weniger heißen gelb bis rötlich strahlen.

Obwohl unsere Sonne mit 1,39 Millionen Kilometern einen 109-mal größeren Durchmesser als die Erde hat, zählt auch sie zu den Zwergsternen. Im Vergleich zum größten bekannten Stern VY Canis Majoris, ein roter Überriese, erscheint sie mit einem 2100-mal kleineren Radius wie ein echter Winzling.

Die Sonne verbrennt, wie alle Zwergsterne, überwiegend Wasserstoff. Ist dieser verbraucht, schrumpft sie zu einem Weißen Zwerg zusammen, der ebenso klein wie die Erde ist. Dadurch verdichtet sich ihre Materie so stark, dass ein Fingerhut voll davon eine ganze Tonne wiegt.

"Zwerg" und "Zwergstern" ist also nicht immer dasselbe: Der Weiße Zwerg ist die letzte Entwicklungsphase eines Sterns. Da er seine Energiequelle schon im vorherigen Stadium verbraucht hat, kühlt er über viele Milliarden Jahre langsam aus und sein anfängliches weißes Leuchten verliert nach und nach an Intensität.
Banane

Was gibt es nicht in roter, gelber und blauer Ausführung?