Was hat eine Kuh nicht intus?

a) Gallmagen
b) Netzmagen
c) Blättermagen
d) Labmagen

Antwort:

Es gibt zwar viele Mägen in einer Kuh - aber einen Gallmagen besitzt sie nicht.

Erklärung:

Wiederkäuer – wie Rinder, Schafe, Ziegen oder auch Giraffen und Kamele – ernähren sich nur von Pflanzen. Um die unverdauliche Cellulose verdauen zu können, haben sie ein ausgeklügeltes System mehrerer, hintereinander geschalteter Verdauungsräume entwickelt und sich zur Hilfe außerdem Mikroorganismen einverleibt.

Erste Station für den Futterbrei ist der riesige Pansen, der bei Kühen immerhin bis zu 150 Liter fasst und pro Milliliter Pansenflüssigkeit viele Milliarden Bakterien enthält. Hier ist es mit 39 Grad Celsius immer mollig warm und bei einem pH-Wert von 6,5 auch bei weitem nicht so sauer wie in unserem Bauch. Unter sauerstofffreien Bedingungen zerlegen hier und im angrenzenden Netzmagen Bakterien, aber auch Pilze und winzige tierische Einzeller die Cellulose des Grünfutters zu der nur noch aus zwei Zuckerbausteinen aufgebauten Cellobiose und zu freien Glucose-, also Traubenzuckereinheiten. Unterstützt wird der ganze Prozess durch die ständige, rotierende Knetbewegung des Pansen, der die Cellulose zu feinsten Partikeln zermahlt.

Anschließend wird der Brei von anderen Beteiligten vergoren, wobei flüchtige Fettsäuren sowie Kohlendioxid und Methan entstehen. Die Fettsäuren wandern direkt durch die Pansenwand ins Blut der Tiere, wo sie als Hauptenergiequelle oxidiert werden.

Nach und nach wandert der Brei in den Netzmagen, wo er zu kleinen Klumpen verbacken und in den Mund zurückgewürgt wird. Es folgt eine zweite geruhsame Kauphase, bis die nun gut zerkleinerten Feststoffe, mit Speichel vermischt, wieder geschluckt werden. Am Ende der Speiseröhre zweigt das Ganze nun aber in den Blättermagen ab und setzt seinen Weg in den Labmagen fort. Diese letzte Station erinnert am ehesten an einen "richtigen" Magen, da dort entsprechend saure Bedingungen herrschen. Die Verdauungsprozesse, die hier beginnen, werden im weiterhin anschließenden Dünn- und Dickdarm vollendet.
Bild
© Spektrum Akademischer Verlag
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKuhmagen

Was hat eine Kuh nicht intus?