Was ist ein Olf?

Julia von Sengbusch
a) Schwanzlurch
b) Mittelalterliches Signalhorn
c) Maßeinheit
d) Ungesättigter Kohlenwasserstoff

Antwort:

Das Olf ist eine Maßeinheit für Geruchsintensität.

Erklärung:

Der Geruch, den ein Mensch mit 1,8 Quadratmetern Hautoberfläche ausströmt, wenn er 0,7 Mal am Tag badet, täglich die Unterwäsche wechselt und überwiegend im Sitzen arbeitet, ist als ein Olf definiert. Praktischerweise ist der Name "Olf" nicht nur die Abkürzung für "Olfactus", den Geruchssinn, sondern auch für die Initialen seines Erfinders – Ole Fanger. Der Professor stellte die Maßeinheit 1987 im Fachjournal "Energy and Buildings" vor. Seiner Skala zufolge erreicht ein starker Raucher bereits ganze 25 Olf und ein Athlet nach dem Sport sogar 30 Olf.

Doch Fanger wollte mit seiner neuen Maßeinheit weniger die Ausdünstungen seiner Mitmenschen quantifizieren, als vielmehr eine "rationale Basis" zur Bewertung der Luftqualität in geschlossenen Räumen festlegen. Hier scheiterten seiner Ansicht nach die Analysen, mit denen die chemische Zusammensetzung der Luft ermittelt wird. Denn die Kenntnis der verschiedenen Moleküle gebe noch keine hinreichende Auskunft über den tatsächlichen Wohlfühlfaktor. Das Olf ist folglich auch auf anorganische Stoffe anwendbar: Während Marmor beispielsweise mit 0,07 Olf pro Quadratmeter kaum die Raumluft beeinflusst, schlägt Teppichboden bereits mit der 20-fachen Olf-Menge zu Buche. Heute werden an Stelle des Olf in Deutschland aber fast ausschließlich Intensitätsskalen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) verwendet.

Von den Schwanzlurchen aus der Familie der Olme kommt in Europa nur eine einzige Art vor – der Grottenolm (Proteus anguinus). Er gehört zu den am stärksten gefährdeten Spezies unseres Kontinents. Die Tiere verfügen über außen liegende Kiemen und leben nahezu ausschließlich im Wasser, ihre einfache Lunge erlaubt es den Olmen jedoch, auch hin und wieder an Land zu kriechen. Selbst erwachsene Tiere wirken, als befänden sie sich noch im Larvenstadium: Der Körper ist langgestreckt, die Haut meist unpigmentiert, die Beine sind kurz und schwach. Wie der Name verrät, leben Grottenolme in unterirdischen Gewässern, daher sind ihre Augen degeneriert und unter der Haut verborgen. In Deutschland kann man die Tiere mit etwas Glück in der Hermannshöhle im Harz beobachen. Die 13 Olme in der Tropfsteinhöhle wurden vor mehr als 50 Jahren aus ihrer eigentlichen Heimat an der Adria importiert: Sie können über 70 Jahre alt werden.
Kein Olf, sondern ein Olifant im British Museum, London.
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(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKein Olf, sondern ein Olifant im British Museum, London
Beim Stichwort "Olifant" denken Fantasy-Freunde vermutlich als Erstes an die Elefantenwesen aus Tolkiens "Herr der Ringe", doch es bezeichnet auch ein Signalhorn, das besonders bei der Ritterschaft des Mittelalters verbreitet war. Den Namen erhielt es von seinem Material: Da es aus Elfenbein gefertigt wurde, benannte man es nach dem holländischen Wort für Elefant. Im "Rolandslied" blies der gleichnamige Held so heftig in sein Olifant um Hilfe, als er sich von Feinden umzingelt sah, dass selbst sein meilenweit entfernter Onkel Karl der Große ihn hörte. Dabei platzte sowohl das Horn als auch Rolands Halsschlagader – in stürmischen Nächten soll sein Olifant aber noch heute am Ort seines Todes in den Pyrenäen zu hören sein. Tatsächlich ist die akustische Leistung des Instruments eher gering. Die meisten Exemplare geben nur einen, in seltenen Fällen auch bis zu drei Töne von sich, und auch die Reichweite wird in der Legende weit übertrieben. Außerdem waren sie wegen ihrer Größe zu unhandlich, um tatsächlich auf der Jagd oder im Kampf verwendet zu werden. Reich mit Schnitzereien verziert, gehörten die Olifanten jedoch zu den Statussymbolen der Ritterschaft, und ihr Verlust war ähnlich schändlich wie der von Schwert oder Fahne. Heute existieren noch etwa 90 mittelalterliche Olifanten in Museen, Kirchenschätzen und Privatsammlungen.

Ungesättigte Kohlenstoffverbindungen oder Alkene wurden früher Olefine genannt. Der ursprüngliche Name stammt vom franzöischen "oléfiant" (Öl bildend) und bezieht sich auf die Fähigkeit der gasförmigen, einfachen Alkene wie Ethen (C2H4) in Verbindung mit Halogenen ölige, wasserunlösliche Flüssigkeiten zu bilden. Alkene besitzen mindestens eine Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen. Viele Pheromone und Pflanzenhormone gehören zu den Alkenen, industriell wird diese Molekülklasse beispielsweise als Treibstoff oder zur Kunststoffherstellung genutzt.

Was ist ein Olf?