Was ist kein Pilz?

Daniel Wunsch
Pilze
© Mc Rommy / pixelio.de
(Ausschnitt)
a) Grüner Mörder
b) Eiserne Lanze
c) Unzüchtiger Penis
d) Fähenflatus

Antwort:

Die Terciopelo-Lanzenotter ist auch unter dem Namen Eiserne Lanze bekannt.

Erklärung:

Sie ist leicht erregbar, wendig und kennt keine Angst – die Teciopelo-Lanzenotter. Selbst mit Menschen nimmt es die bis zu 2,5 Meter lange Schlange im Ernstfall auf. Bis es jedoch dazu kommt, vertraut sie erst einmal auf ihre hervorragende Tarnung: Unbemerkt verharrt sie im Unterholz und beobachtet den Eindringling. Treibt der es zu weit und berührt sie womöglich sogar, verteidigt sie ihr Revier und beißt zu – mit dramatischen Folgen für das Opfer.

Auf die Jagd geht die Eisernen Lanze in Mittelamerika und dem Nordwesten Südamerikas. Sie bewohnt überwiegend die Böden tropischer Laub- und Regenwälder, klettert aber auch einige Meter hoch auf Bäume oder Sträucher. Auf dem Speiseplan stehen bei Jungtieren zumeist kleine Amphibien, Reptilien und Wirbellose, bei ausgewachsenen Schlangen kleine Säuger. Da sie relativ weit verbreitet ist und sich auch gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhält, ist sie in ihrer Heimat jährlich für einen Großteil der Vergiftungen durch Schlangenbisse und für zahlreiche Todesfälle verantwortlich. Zu allem Übel verfügt die Teciopelo-Lanzenotter auch noch über eine enorme Giftmenge, die überaus toxisch wirkt. Viele Patienten, die den Biss überleben, bleiben durch schwerste Gewebezerstörungen und Gliedmaßenverluste lebenslang behindert.

Ihren interessanten Namen erhielt sie übrigens auf Grund ihres dreieckigen, ähnlich einer Speerspitze (franz.: Fer-de-Lance) geformten Kopfes. Im deutschsprachigen Raum wird sie auch Rauschuppige Lanzenotter oder Barba amarilla gerufen. Andere Vertreter der Lanzenottern, wie beispielsweise die Gewöhnliche Lanzenotter (Bothrops atrox), erhalten manchmal ebenfalls die Bezeichnung Eiserne Lanze.

Tödlich giftig kommt auch der Grüne Mörder daher, den man wohl eher unter dem Namen Grüner Knollenblätterpilz kennt. Er ist vor allem in Eichen- und Buchenwäldern verbreitet, seltener findet man ihn in Nadelwäldern. Seinen Namen verdankt Amanita phalloides zum einen seinem grünlich schimmernden Hut, zum anderen gilt er als der Giftpilz schlechthin.

Über 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen gehen auf das Konto dieses Killers, der mitunter recht heimtückisch ist: Bis zu 48 Stunden kann es dauern, bis das Opfer seine Wirkung spürt, so dass die Organe schon irreversibel geschädigt sind. Die ersten Symptome einer Vergiftung sind Brechdurchfälle. Diese klingen allerdings rasch ab, um nach ungefähr fünf Tagen wieder zu erscheinen. Ein neuerlicher Vergiftungsschub schädigt dann die Organe, zum Beispiel die Leber so stark, dass man an deren Versagen stirbt.

Man vermutet, dass auch historisch berühmte Personen wie der römische Kaiser Claudius oder Kaiser Karl VI nach dem "Genuss" des grünen Knollenblätterpilzes gestorben sind – sei es durch eine ungewollte Verwechslung oder einen bewusst geplanten Mord.

Nicht giftig, dafür aber ziemlich "stinkig" ist der Unzüchtige Penis. Die gemeine Stinkmorchel erhielt ihren etwas ungewöhnlichen wissenschaftlichen Namen Phallus impudicus auf Grund ihrer markanten Form. Der aasartige Geruch mit dem sich der Pilz umgibt, dient dazu Fliegen und Mistkäfer anzulocken, um die Sporen des Pilzes zu verbreiten. Die Stinkmorchel ist nur im Anfangsstadium essbar. Dabei bildet sie das Hexenei aus, eine kugelige bis breit eiförmige Knolle.

Stinkmorchel
© Karl-Heinz-Liebisch / pixelio.de
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernStinkmorchel
Da Phallus impudicus nicht selten auf Grabhügeln wächst, ist auch der seltener benutzte Name Leichenfinger zu erklären. Nach dem Volksglauben will der im Grab liegende und mit einem ungesühnten Verbrechen gestorbene Tote vor einem ähnlichen Schicksal warnen und entsendet als Zeichen eine Stinkmorchel an die Oberfläche.

Boviste sind Pilze mit mehr oder weniger kugelförmiger Gestalt. Ihr Name leitet sich vom frühneuhochdeutschen Wort vohenfist ab, das aus den Begriffen vohe für Füchsin und vist für Bauchwind, also Fähenflatus oder Fuchsfurz, zusammengesetzt ist.

Der Name bezieht sich offensichtlich auf das charakteristische Geräusch, das beim Entweichen des Sporenpulvers aus dem Innern ihres Fruchtkörpers entsteht. Vohenfist wurde schließlich zur lateinisch klingenden Bezeichnung "Bovist" verkürzt.
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