Welche Getreidesorte nährte den Mythos um Vampire?

a) Weizen
b) Roggen
c) Gerste
d) Dinkel
e) Mais

Antwort:

Mais kann, wenn er Hauptbestandteil der Ernährung ist, die Mangelerkrankung "Pellagra" (von pelle agra, ital.: raue Haut) hervorrufen. Zu den Symptomen gehören Lichtempfindlichkeit, Schlaflosigkeit sowie ängstliches, aber auch agressives Verhalten - und das galt im 17. Jahrhundert als sehr vampirverdächtig.

Erklärung:

Im 15. Jahrhundert verbreitete sich Mais als Grundnahrungsmittel in ganz Europa, dem Mittleren und Fernen Osten. Doch das Korn ist arm an Niacin, welches zum Vitamin-B-Komplex gehört und eine wichtige Rolle im Protein- und Energiestoffwechsel führt. Der Mangel daran führte zu der Krankheit Pellagra, die sich durch Schlaflosigkeit, Aggression, Sehstörungen und andere neurologische Symptome äußerte und ohne Behandlung innerhalb weniger Jahre zum Tod führte. Pellagrakranke reagieren zudem gegenüber Sonnenlicht überempfindlich – und im Rahmen des aufkommenden Glauben an Vampire passte dieses absonderliche Verhalten nur zu gut ins Bild, die Betroffenen verdächtig zu machen und den Mythos weiter zu nähren.

Lange Zeit lag die Ursache für Pellagra im Dunkeln, erst im vergangenen Jahrhundert gelang es, die Ursache dieser Krankheit aufzuklären. Offenbar hängt sie mit der Zubereitung von Mais zusammen. Denn bei den Azteken und Maya bis hin zu den Bewohnern Mexikos heute sind die Mangelsymptome nicht bekannt. Dort war und ist es aber üblich, das Korn in Kalkwasser einzulegen – und dadurch wird das Niacin offenbar besser verfügbar.