Welche Höchstgeschwindigkeit erreicht eine Weinbergschnecke?

Frauke Focke
Weinbergschnecke
© maggi52 / pixelio.de
(Ausschnitt)
a) 0,6 Meter pro Stunde
b) 3 Meter pro Stunde
c) 10 Meter pro Stunde
d) 330 Meter pro Stunde

Antwort:

Mit ihrer Kriechsohle erreicht die Weinbergschnecke (Helix pomatia) immerhin eine Geschwindigkeit von 3 Metern pro Stunde, also 0,003 km/h.

Erklärung:

Im Schneckentempo von 3 Metern pro Stunde kommt die größte Landschnecke Mitteleuropas voran – was für einen Vertreter ihrer Tierklasse recht beachtlich ist. Dazu befähigt sie ihr Fuß, der als muskulöse Kriechsohle ausgebildet ist. Über diese laufen bei der Fortbewegung quer liegende Kontraktionswellen hinweg. Sie entstehen, wenn ein hinten liegender Teil der Sohle von der Unterlage abgehoben und etwas weiter vorne wieder aufgesetzt wird. Von hinten nach vorn wandernde Druckwellen schieben das Tier dann vorwärts.

Der Saum der Sohle allerdings bleibt immer im Kontakt mit dem Untergrund und ermöglicht der Schnecke, sich an Unebenheiten anzupassen. Außerdem ist er für die Sogwirkung verantwortlich, der das Tier am Untergrund festhält.

Zur Fortbewegung produziert die Weinbergschnecke außerdem einen Film, auf dem sie gleiten kann. Eine große Schleimdrüse, die kurz hinter den Lippen auf der Unterseite des Fußes mündet, sondert ein Sekret ab, das sie als Schleimspur hinter sich zurück lässt. Der Schleim verringert die Reibung am Untergrund und unterstützt die Schnecke dabei, sich an die Oberfläche anzupassen, auf der sie kriecht. So können Weinbergschnecken sogar gefahr- und mühelos eine Rasierklinge überwinden.

Mit nur etwa 0,6 Meter pro Stunde viel langsamer als die vermeintlich lahmen Schnecken sind Seesterne (Asteroidea) unterwegs. Mit ihrem relativ starren Körper kriechen sie nur sehr gemächlich auf dem Meeresboden umher. An der Unterseite ihrer Arme besitzen sie kleine Füßchen, die sie durch Einpumpen von Flüssigkeit bewegen können. Gruppenweise werden diese vorgestreckt, heften sich an der Unterlage fest und verkürzen sich wieder, wobei der Körper des Tieres nachgezogen wird.

Erstaunlich schnell für seine Größe dagegen ist das Pantoffeltierchen (Paramecium) unterwegs: mit bis zu 10 Metern pro Stunde. Der winzige Einzeller besitzt etwa 10 000 Wimpern – auch Zilien genannt – an seiner Außenseite. Durch rhythmische Bewegungen dieser Härchen bilden sich Schlagwellen um den Körper. Da sie außerdem spiralförmig angeordnet sind, dreht sich das Pantoffeltierchen ständig um seine eigene Achse und schraubt sich damit voran. Hindernisse und Engpässe überwindet es, indem es die Form seines elastischen Körpers verändert.

Auf ihre Körperlänge umgerechnet ist die durchschnittliche Landschildkröte (Testudinidae) eher gemütlich unterwegs: Sie bringt es auf etwa 330 Meter pro Stunde. Dafür bewegt sie sich mit dem für Reptilien typischen schlängelnden Gang fort, wobei der Panzer in der Luft getragen wird. Auch wenn sie durch ihren starren Körper manchmal unbeholfen wirkt, klettert sie doch sehr gern auf alle möglichen Hindernisse. Praktisch ist außerdem, dass ihre Fortbewegungsmittel bei Bedarf eingezogen werden können – was die Wahrscheinlichkeit eines Schadens verringert, ihre Geschwindigkeit dann allerdings schlagartig minimiert.
Weinbergschnecke

Welche Höchstgeschwindigkeit erreicht eine Weinbergschnecke?