Welche Männchen drücken auf die Tränendrüse, um die Fortpflanzung zu fördern?

Christian Wolf
a) Menschen
b) Mäuse
c) Krokodile
d) Vögel

Antwort:

Mäusemänner vergießen Tränen, um ihre Angebetete zur Fortpflanzung zu bewegen.

Erklärung:

Pheromone heißt das Zauberwort in der Fortpflanzung der Säugetiere. Diese Botenstoffe sind in der Regel flüchtig und können das andere Geschlecht auch über große Entfernungen betören. Bei Mäusen allerdings müssen die lockenden Düfte den Weibchen direkt in die Nase steigen, um ein neuronales Feuerwerk zu entfachen. Deshalb enthält die Tränenflüssigkeit von männlichen Mäusen das nicht-flüchtige Protein ESP1, das während des gegenseitigen Beschnupperns in die Nase der weiblichen Nager gelangt und die Damen in Stimmung bringt.

Beim Menschen sind Tränen dem Erfolg beim anderen Geschlecht nicht unbedingt zuträglich, gelten sie doch häufig als unmännlich. Dafür reinigt und befeuchtet die von den Tränendrüsen gebildete alkalische Flüssigkeit die Bindehaut und die Hornhaut. Werden die Augen stärker gereizt, beispielsweise beim beliebten Zwiebelschneiden, löst das im Gehirn den Reflex aus, die Tränendrüsen zu aktivieren und mehr Tränenflüssigkeit als für den Tränenfilm abzusondern. Möglicherweise ist der Mensch zudem das einzige Lebewesen, dem die Augen auch aus emotionalen Gründen wässrig werden.

Doch gezeigte Emotionen sind nicht immer echt. "Er vergießt nur Krokodilstränen", sagt man im Volksmund gerne und meint damit, jemand heuchle nur seine Trauer und sein Mitgefühl. Der Ursprung dieser Redewendung ist alt: Nach einer sagenhaften Vorstellung lockten Krokodile ihre Opfer an, indem sie wie Kinder weinten. Schon Plinius der Ältere, ein römischer Naturphilosoph, unterstellte in seiner Naturgeschichte, die Krokodile weinten ihren Opfern falsche Tränen nach. In Wahrheit werden ihre Augen beim Verschlingen der Beute feucht, weil sie ihr Maul so fest zusammenpressen und dies Druck auf ihre Tränendrüse ausübt.

Auf Madagaskar kommen sich dank Tränen Schneckenspinner (Limacodidae) und Vögel näher – aus Sicht der Vögel allerdings eher unfreiwillig. Des Nachts machen sich die nachtaktiven Falter an die schlafenden Tiere heran und saugen den Nichtsahnenden Tränenflüssigkeit aus den Augen. Sie decken so ihren Salz- und Proteinbedarf. Anders als ihre Verwandten auf dem Festland in Afrika und Südamerika, die die Tränenflüssigkeit großer Säugetiere zu sich nehmen, greifen sie wohl mangels geeigneter Alternativen auf die gefiederten Freunde zurück, obwohl deren Augen viel weniger der kostbaren Flüssigkeit produzieren.