Welche Nobelpreisträgerin hatte eine ebenfalls damit ausgezeichnete Tochter?

a) Dorothy Hodgkin
b) Marie Curie
c) Bertha von Suttner
d) Maria Goeppert-Mayer

Antwort:

Im Jahr 1935 erhielt Irène Joliot-Curie zusammen mit ihrem Mann den Nobelpreis für Chemie - "für die Synthese neuer radioaktiver Elemente". Ihre Mutter, Marie Curie, konnte sich darüber leider nicht mehr freuen: Sie war im Jahr zuvor gestorben.

Erklärung:

Marie Curie (1867-1934) selbst wurde gleich zweimal mit dem Nobelpreis geehrt: Im Jahr 1903 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie den Nobelpreis für Physik als Anerkennung für den außerordentlichen Verdienst, den die beiden durch ihre gemeinsamen Arbeiten zu den von Henri Becquerel entdeckten Strahlungsphänomenen erworben hatten, wie der Entdeckung der beiden Elemente Radium und Polonium. 1911 erhielt sie – nun allein – den Nobelpreis für Chemie, der über die Entdeckung der beiden Elemente hinaus ihre weiteren Arbeiten an Radium würdigte, welche für die Entwicklung der Chemie von größter Bedeutung waren.

Ihre Tochter Irène Joliot-Curie (1897-1956) hatte zusammen mit ihrem Mann Frédéric Joliot unter anderem herausgefunden, dass beim Beschuss von Atomkernen mit Alpha-Teilchen neue, instabile Atome wie radioaktiver Stickstoff oder Phosphor entstehen können. Diese Isotope erlangten unter anderem in der Radiotherapie große Bedeutung. Ihre Arbeiten legten auch wichtige Grundlagen für die Spaltung von Uran. Daneben engagierte sie sich sehr für die Rechte und Förderung von Frauen.

Dorothy Hodgkin (1910-1994) ist die dritte Frau, die bisher einen Chemie-Nobelpreis erhielt. Sie wurde 1964 für ihre Arbeiten zur Strukturbestimmung biologisch wichtiger Substanzen mit Röntgenstrahlen geehrt. So hatte die Forscherin die Struktur zahlreicher Sterine aufgeklärt, organischen Verbindungen, zu denen auch das Cholesterin zählt. Unter den Abkömmlingen finden sich die Geschlechtshormone, das Vitamin D oder die Gallensäuren. Daneben hatte sie auch intensiv an Insulin, Penicillin und Vitamin B geforscht.

Maria Goeppert-Mayer erhielt 1963 als zweite Frau den Nobelpreis für Physik, und zwar für die Entdeckung der nuklearen Schalenstruktur. In Göttingen aufgewachsen, folgte sie ihrem Mann in den 1930er Jahren in die USA, wo sie begann, sich mit Kernphysik zu beschäftigen. Ende der 1940er Jahre erforschte sie dort die "magischen Zahlen" – die Beobachtung, dass Atomkerne mit einer bestimmten Anzahl von Neutronen oder Protonen besonders stabil sind – und entwickelte daraus gleichzeitig mit Hans Jensen von der Universität Heidelberg, mit dem sie sich unter anderem den Nobelpreis teilte, das Schalenmodell der Kernphysik.

Bertha von Suttner (1843-1914) erhielt keinen naturwissenschaftlichen, sondern den Friedensnobelpreis im Jahr 1905. Mit ihrem Roman "Die Waffen nieder!" (1889) weckte sie großes Interesse und weite Unterstützung für die damals aufkommende Friedensbewegung. Zusammen mit ihrem Mann engagierte sie sich unermüdlich für Friedensanstrengungen und bewirkte, dass Alfred Nobel auch einen Preis für Frieden stiftete. Sie starb zwei Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Nobelpreisträgerinnen
© Nobel Foundation
(Ausschnitt)
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Die fünf Nobelpreisträgerinnen: Marie Curie (oben links) und ihre Tochter Irène Joliot-Curie (oben rechts), Dorothy Hodgkin (unten links), Maria Goeppert-Mayer (unten Mitte) und Bertha von Suttner (unten rechts).

Welche Nobelpreisträgerin hatte eine ebenfalls damit ausgezeichnete Tochter?