Welche Pflanze enthält das molekulare Spiegelbild des typischen Kümmelgeruchstoffes?

a) Knoblauch
b) Jasmin
c) Krauseminze
d) Rose

Antwort:

Der Hauptbestandteil des Krauseminzeöls - (-)-Carvon - ist ein molekulares Spiegelbild des Kümmelgeruchstoffes (+)-Carvon.

Erklärung:

Kümmel enthält zwar ebenfalls (-)-Carvon, jedoch nur in geringen Konzentrationen. Da es aus Krauseminze einfach zu gewinnen ist, werden Kümmelöle manchmal damit gepanscht, was sich jedoch chromatographisch nachweisen lässt.

Mentha spicata var. crispa, die Krauseminze, kommt in China, Indien und Nordamerika vor. Das Öl wird als Destillat aus den frischen, oberirdischen Teilen gewonnen und vor allem als Aromastoff genutzt. Die Blätter sind für Kaugummigeruch bekannt, und das daraus gewonnene Öl wird auch als Aromazusatz in Zahnpasta verwendet.
Carvon
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Der wichtigste Inhaltsstoff des Knoblauchs (Allium sativum) - die schwefelhaltige Aminosäure Alliin - wird enzymatisch zu Allicin umgesetzt, das für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich ist. Allicin wirkt antimikrobiell, cholesterinsenkend und wahrscheinlich auch als Antioxidans gegen freie Radikale. Die Vorstufe Alliin kann inzwischen chemisch hergestellt und dann mithilfe eines modifizierten Enzyms in Allicin umgewandelt werden, das sich monatelang lang lagern lässt, ohne an Wirksamkeit zu verlieren. Alliin ist auch die Vorstufe von Propanthialsulfoxid, das beim Zwiebeln schneiden die Tränen in die Augen treibt.

Der typische Geruch des Jasmins (Jasminum grandiflorum) entsteht durch Jasmonate, Abkömmlinge der Jasmonsäure, die als Pflanzenhormone wirken und in vielen Pflanzen und Pilzen vorkommen. Sie werden häufig bei Stresseinflüssen ausgeschüttet und regulieren dann die Abwehr gegen Pathogene und Schädlinge, aber auch die Reaktion auf mechanische Reize.

Der Duft der Rosen (Rosa centifolia x vulgaris) lässt sich nicht auf eine Substanz zurückführen, sondern stammt von einem ganzen Molekülcocktail aus bis zu 400 Komponenten. Bestimmende Bestandteile davon sind vor allem 1-Citronellol, Rosenoxide und Geraniol sowie Spuren von Neroloxid, Rosenfuran und Rosenketone. Rosenöl erstarrt unterhalb von 25 Grad Celsius zu einer durchscheinenden Masse. Die Ausbeute beträgt nur 0,02 bis 0,03 Prozent - aus 1000 Kilogramm Rosenblüten können also maximal 200 bis 300 Gramm Rosenöl isoliert werden. Deshalb ist Rosenöl das mit Abstand teuerste ätherische Öl. Es wird zur Herstellung teurer Parfüme, kosmetischer und pharmazeutischer Präparate verwandt, ferner in der Genussmittelindustrie als Liköressenz und zur Aromatisierung von Zuckerwaren und Tabak.