Welche Sportler haben die Gedächtnisforschung nachhaltig geprägt?

Sabrina Boll
a) Taucher
b) Hammerwerfer
c) Marathonläufer
d) Segelflieger

Antwort:

Die richtige Antwort lautet Taucher.

Erklärung:

In einem als Klassiker in die Geschichte der Psychologie eingegangenem Experiment aus den 1970er Jahren ließen der amerikanische Gedächtnisforscher Alan Baddeley und sein Kollege Duncan Godden Mitglieder einer Tauchschule Wortlisten lernen – und zwar entweder an Land oder unter Wasser. Der anschließende Gedächtnistest erfolgte wiederum im Trockenen oder im kühlen Nass. Das Ergebnis: Die Taucher erinnerten mehr Wörter, wenn Lern- und Testphase im gleichen Kontext stattfanden.

Diesem Versuch folgten viele weitere, und das Prinzip des "Kontextgedächtnisses" war aus der Gedächtnisforschung nicht mehr wegzudenken. Eine so drastische Variation der Lernumgebung, wie Baddeley und Goddon sie vornahmen, ist jedoch gar nicht notwendig, um Kontexteffekte zu demonstrieren. Andere Forscher hinterlegten in der Lernphase Wörter am Computer lediglich mit unterschiedlichen Hintergrundfarben, variierten die Schrifttönung oder die Bildschirmposition. Im darauf folgenden Wiederkennenstest führten mit der Lernphase identische Farb- oder Positionskombinationen, ähnlich wie bei Baddeleys Tauchern, zu einer besseren Erinnerungsleistung.

Auch emotionale Zustände, Gerüche oder Drogen rufen zustandsabhängige Erinnerungseffekte hervor. Wer in alkoholisiertem Zustand lernt, kann die frisch erworbenen Informationen leicht beschwipst auch besser wieder abrufen als stocknüchtern, wie ein typisches Kontext-Experiment zeigt. Für andere psychotrope Substanzen gilt – einer Studie von 1975 zufolge – übrigens das Gleiche.

Aber – keine Panik: Man muss nicht unbedingt den eigenen Schreibtisch mit in die Prüfung schleppen. Weitere Studien haben gezeigt, dass Versuchspersonen, die sich den Lernkontext einfach vorstellen, fast genauso gut reproduzieren wie solche, die das Erlernte tatsächlich in der ursprünglichen Lernumgebung wiedergeben.

Welche Sportler haben die Gedächtnisforschung nachhaltig geprägt?