Welche Substanz stand Pate für die heutigen örtlichen Betäubungsmittel?

a) Kokain
b) Ethanol
c) Eis
d) Acetylsalicylsäure

Antwort:

Das Kokain-Molekül - ein Alkaloid aus den Blättern der Coca-Pflanze - diente als Modell zur Herstellung synthetischer Schmerzmittel.

Kokain selbst wurde 1884 zum ersten Mal bei Augenoperationen als Lokalanästhetikum eingesetzt. Da es sich in Lösung beim Sterilisieren jedoch leicht zersetzt und außerdem suchtauslösend wirkt, machten sich Forscher auf die Suche nach Ersatz. 1905 gelang es, Procain herzustellen, das unter dem Handelsnamen Novocain® bekannt ist.

Lokalanästhetika dringen zu den Nervenfasern vor und reichern sich dort in der Lipidphase der Membran an. Sie blockieren reversibel, dass Aktionspotentiale entstehen und über die Nervenfasern weitergeleitet werden. Daher empfinden die Patienten keinen Schmerz, obwohl sie bei vollem Bewusstsein sind.

Quelle: Forth, W. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 1996