Welchem Herrscher erschien das Menetekel an der Wand?

a) Nebukadnezar
b) Belsazar
c) Kyros
d) Salomo

Antwort:

Belsazar war es, dem bei einem Gastmahl der Appetit durch die unheilverkündende Warnung gründlich verdorben wurde.

Erklärung:

Und sieh und sieh an weißer Wand,
da kam's hervor wie Menschenhand.
Und schrieb und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer und schrieb und schwand.


Angemessen unheilsschwanger beschreibt Heinrich Heine in einer Ballade die Szene beim Gastmahl des letzten neubabylonischen Königs Belsazar.

Im Buch Daniel (5,1 – 6,1) beschrieben, belegt auch vom griechischen Geschichtsschreiber Xenophon, hat sich die dramatische Ankündigung des drohenden Untergangs von Babylon bis in den heutigen Sprachgebrauch gerettet: Während eines Festmahles tauchte eine geisterhafte Hand auf, welche die aramäischen Worte Mene mene tekel ufarsin vor versammelter Mannschaft an die Wand schrieb.

Der Prophet Daniel interpretierte den Text auf dreierlei Weise:
- gezählt hat Gott dein Königtum und weggegeben
- gewogen bist du auf der Waage und zu leicht gefunden
- geteilt wird dein Reich und den Medern und Persern gegeben.

Vom biblischen Belsazar berichtet das Buch Daniel, er sei ein Sohn des Nebukadnezar gewesen und habe die Gefäße Jehovas entweiht, die der Vater aus dem Tempel in Jerusalem raubte. Der historische Belsezar hingegen soll 550 v. Chr. die Regierungsgeschäfte von seinem Vater, dem Chaldäerkönig Nabonid, übernommen haben und 539 v. Chr. bei Kämpfen mit den Persern unter Kyros II. gefallen sein.

Salomo hingegen hat mit der Angelegenheit nichts zu tun. Nach Schilderungen aus der Bibel war er der dritte König von Israel und Juda und herrschte von ca. 965 v. Chr. bis etwa 926 v. Chr. Sprichwörtlich wurde die Übernahme altorientalischer Weisheit unter seiner Regentschaft.