Was ist der größte Berg der Welt?

von
Mount Everest
© pixabay / Simon Steinberger / CC0 CC0
(Ausschnitt)
a) Mount Everest
b) Mauna Kea
c) Chimborazo
d) Kilimandscharo

Antwort:

Alle vier Antworten sind je nach Bemessungsgrundlage richtig.

Erklärung:

Der höchste Berg der Erde ist – eigentlich ganz klar – der Mount Everest im nepalesischen Himalaja. Mit 8844 Metern Höhe über dem Meeresspiegel überragt er alle anderen Gipfel der Welt. Der K2 als zweithöchste Erhebung liegt mit 8611 Metern über dem Meeresspiegel bereits deutlich darunter.

Der Terminus "über dem Meeresspiegel" beinhaltet aber bereits eine Einschränkung, denn sie erfasst nur Berge, die sich auf dem Festland befinden. Außen vor bleiben dagegen Erhebungen wie der Mauna Kea auf Hawaii, denn seine Basis befindet sich in der Tiefsee. Wird deshalb nur seine vertikale Erstreckung oberhalb des Wassers berücksichtigt, so erreicht der Vulkan nur 4205 Meter. Doch seine eigentliche Basis liegt in mindestens 5000 Metern Tiefe, sodass er im Minimum insgesamt 9205 Meter hoch ist und damit den Mount Everest zurücklässt. Der gleichfalls auf Hawaii liegende Mauna Loa wäre nach dieser Messung nur wenig niedriger und würde die Himalaja-Achttausender ebenfalls verdrängen.

Der Chimborazo in Ecuador galt mit seinen 6310 Metern über dem Meeresspiegel bis Mitte des 19. Jahrhunderts als der oberste Punkt der Welt – bis die Messungen von George Everest im Himalaja den Nachweis erbrachten, dass es im heutigen "Dach der Welt" gleich mehrere Gipfel jenseits der Achttausend gibt. Selbst in der Neuen Welt lief ihm der Vulkan Aconcagua in Argentinien mit 6962 Metern den Rang ab. Doch der Chimborazo trug seinen Ruf dennoch zu Recht: An keinem Punkt der Erde ist die Distanz zwischen dem absoluten Erdmittelpunkt und dem Gipfelkreuz größer als hier. Denn der blaue Planet ist keine perfekte Kugel, sondern ein unregelmäßig geformter Geoid – er ist deshalb an Polen flacher als am Äquator und gleicht auch ansonsten eher einer zerknautschten Kartoffel. Mit 6384,6 Kilometern Entfernung überragt der Vulkan Chimborazo deshalb bei dieser Betrachtungsweise den Mount Everest (6382,4 Kilometer) um mehr als zwei Kilometer.

Durch ihre relativ weit nördliche Lage – bei etwa 30 Grad Nord – rutschen alle 14 Achttausender des Himalajas hinter die Topgipfel der Zentralanden, die wegen ihrer Nähe zum Äquator derart begünstigt sind. Der Mount Everest liegt in dieser Rangliste deshalb sogar erst auf Platz Sechs – noch hinter dem Kilimandscharo aus Tansania.

Der afrikanische Feuerberg ist aber zusätzlich noch der größte frei stehende Berg der Welt. Seine Grundfläche beträgt 60 mal 80 Kilometer, sein höchster Gipfel – der Kibo oder Uhuru Peak – liegt nach neuesten Messungen 5892 Meter hoch. Der Kilimandscharo erhebt sich aus einer 800 Meter über dem Meeresspiegel befindlichen Hochebene, erst in siebzig Kilometer Entfernung folgt mit dem Vulkan Mount Meru der nächste Berg.

Was ist der größte Berg der Welt?