Welcher Mitgliedsstaat der OECD gibt am meisten für die Gesundheitsfürsorge aus?

a) Kanada
b) Deutschland
c) USA
d) Schweiz
e) Schweden

Antwort:

Die USA geben mit 14 Prozent ihres Bruttosozialprodukts zu Marktpreisen am meisten der 24 OECD-Mitgliedsstaaten für die Gesundheitsfürsorge aus. Damit liegen sie vor Kanada (10,3 Prozent), der Schweiz (9,5 Prozent), Deutschland (8,7 Prozent), und zuletzt Schweden (7,9 Prozent). Die Angaben beziehen sich auf eine Studie der OECD von 1996.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD: Organisation for Economic Cooperation and Development) ist ein Zusammenschluss von 30 marktwirtschaftlich orientierten und demokratischen Industrieländern.

Erklärung:

Die beständig ansteigende Kostenspirale der Gesundheitsfürsorge sorgt immer wieder für Schlagzeilen und Wahlkampfthemen. In Deutschland stiegen die Ausgaben für Gesundheit seit den fünfziger Jahren kontinuierlich an. Stationäre Behandlung in Krankenhäusern verschlingt dabei immer noch das meiste Geld. In den USA bildete sich seit den dreißiger Jahren eine immer stärker werdende Kluft im Gesundheitswesen. Wohlhabende Bürger konnten sich eine immer umfassendere Vorsorge leisten. Krankenhäuser und Ärzte ringen mit teuren Spezialausstattungen um diese Patienten. Dagegen waren in den neunziger Jahren mehr als 35 Millionen US-Amerikaner nicht krankenversichert, weitere 20 Millionen nur unzureichend. Das Fehlschlagen der Gesundheitsreform von 1992 bis 1994 des Ex-Präsidenten Clinton macht die Lösung des Problemes in nächster Zeit unwahrscheinlich. Schweden dagegen führte schon 1955 eine Versicherung für medizinische Fürsorge und Krankengeld ein. Die Regierung legte die Honorare für Ärzte und Krankenhäuser gesetzlich fest. Die Kosten der Pflichtversicherung wurden von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Regierung gemeinsam getragen.