Welches der folgenden Schwermetalle kommt nicht in Enzymen vor?

a) Gold
b) Nickel
c) Molybdän
d) Vanadium
e) Cobalt

Antwort:

Es sind bisher keine Proteine bekannt, die Gold enthalten.

Erklärung:

In lebenden Organismen kommen viele Schwermetalle als Zentralatome stabiler organischer Komplexe vor, die in der Regel in Proteine eingebettet sind. Solche Metalloproteine können Transport- und Speicherfunktionen erfüllen oder sind katalytisch aktiv. Bei Redox-Reaktionen ändert sich dann auch die Oxidationsstufe des Zentralatoms.

Das am häufigsten im menschlichen Körper vorkommende Schwermetall ist das Eisen, welches bei fast allen Reaktionen mit Sauerstoff beteiligt ist. Weit verbreitet sind auch Kupfer, Zink und Cobalt, das zum Beispiel Teil des Enzyms Alkohol-Decarbonylase und des essentiellen Vitamins B12 ist.

Molybdän ist Bestandteil von sechs verschiedenen Enzymen, darunter so prominente Vertreter wie Nitrat-Reduktase oder Aldehyd-Oxidase. Seltener ist das Nickel: Es wurde bisher nur ein einziges nickelhaltiges Enzym des Menschen isoliert, das Nickeloplasmin, dessen Funktion dazu noch völlig unbekannt ist. Vanadiumproteine sind noch exotischer – lediglich bei einigen marinen Lebewesen, verschiedenen Tunicaten (Manteltieren), konnten sie nachgewiesen werden.

Goldhaltige Proteine sind bisher aber noch gänzlich unbekannt. Gold sollte dem Körper allenfalls als Schnaps ("Goldwasser") oder in einer organischen Verbindung als Medikament gegen Rheuma zugeführt werden. Bei beidem ist allerdings Vorsicht geboten – mit Goldverbindungen wie zum Beispiel Natriumaurothiomalat lassen sich zwar bei Rheuma sehr gute Behandlungserfolge erzielen, allerdings zeigen fast ein Drittel der Patienten dann auch typische Symptome einer Schwermetallvergiftung wie Nieren- und Leberschäden. Letztere sind durch übermäßigen Genuss von "Goldwasser" sicher auch möglich.