Welches dieser Elemente des Periodensystems wurde nicht nach einer Stadt benannt?

Christoph Marty
a) Thallium
b) Yttrium
c) Magnesium
d) Hafnium

Antwort:

Das Thallium verdankt seinen Namen seiner leuchtend grünen Spektrallinie und nicht der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Erklärung:

Das Schwermetall Thallium entdeckten die beiden Chemiker William Crookes und Claude Auguste Lamy beinah zur gleichen Zeit – doch der Engländer war etwas schneller. Er fand es im Jahr 1861 bei spektralanalytischen Untersuchungen von Bleikammerschlamm in einer Schwefelfabrik und gilt damit als dessen Entdecker. Doch auch dem Franzosen brachte das Thallium Ruhm: Ihm gelang es als Erstem, das Schwermetall mit der Ordnungszahl 81 zu isolieren.

Crookes war vor allem von der strahlend grünen Spektralllinie fasziniert. Sie inspirierte ihn auch bei der Namensfindung – "thallos" bedeutete im Altgriechischen ursprünglich so viel wie "junger, grüner Zweig". Angesichts dieser lieblichen Namensgebung zeigt sich Thallium im menschlichen Organismus unpassend giftig: Bereits geringe Mengen des Schwermetalls verursachen Übelkeit, Brechreiz oder im schlimmsten Fall sogar Nierenschäden und Haarausfall.

In der Natur kommt Thallium elementar nicht vor – in geringen Konzentrationen findet man es vor allem in sulfidischen Zink-, Blei- und Eisenerzen. Heute wird es vor allem Bleilegierungen zugegeben, um deren Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen. Auch als Quecksilberlegierung für in Thermometern für niedrige Temperaturen bis -58 Grad Celsius kommt das Schwermetall zum Einsatz. Weltweit werden pro Jahr aber insgesamt nur etwa fünf Tonnen gewonnen.

Das Yttrium ist dagegen nach seinem ersten Fundort, der Grube Ytterby bei Stockholm benannt. Entdeckt wurde das Element mit der Ordnungszahl 39 von Johan Gadolin bereits im Jahr 1794. Doch erst 1842 gelang es Carl Gustav Mosander, das Yttrium von seinen Begleitelementen Erbium und Terbium zu trennen.

Ebenfalls in Skandivanien entdeckten 1923 der Niederländer Dirk Coster und der Ungar György Karl von Hevesy im Labor von Niels Bohr in Kopenhagen mit Hilfe der Röntgenspektroskopie ein silbergrau glänzendes Metall mit hoher Dichte – und benannten es nach der lateinischen Bezeichnung der dänischen Hauptstadt Kopenhagen: Hafnium.

Umstritten ist dagegen der Ursprung des Namens von Magnesium, jenem Element mit der Ordnungszahl zwölf. Wie beim Thallium könnte auch diese Bezeichnung seinen Ursprung im Altgriechischen ("Magnetstein") haben. Möglicherweise geht sie aber auch auf eine Provinz im Osten Griechenlands zurück. Doch auch eine Stadt gleichen Namens, das antike Magnesia in der heutigen Türkei ist als Pate im Gespräch.