Welches dieser Schlösser schließt nicht?

a) Fallriegelschloss
b) Steinschloss
c) Besatzungsschloss
d) Buntbartschloss
e) Stiftschloss

Antwort:

Dieses Schloss schießt: Bei Vorderladerwaffen wird der Auslösemechanismus als Steinschloss bezeichnet.

Erklärung:

Es waren Schusswaffen, die zum Ende des Mittelalters Kriege gewannen oder später den Wilden Westen eroberten. Sie hatten sich nach der Erfindung des Schießpulvers im 14. Jahrhundert in Europa ausgebreitet.
Das Steinschloss eines Gewehres, das 1816 in der Kgl. Württ. Gewehr-Fabrik Oberndorf am Neckar hergestellt worden ist.
© Museum im Schwedenbau (Waffenmuseum), Oberndorf a. N.
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSteinschloss
Die ersten Ausführungen waren Vorderlader mit einem glatten, gebohrten Lauf. Die Ladung - Pulver und Kugel - wird dabei durch die Mündung eingeführt. Am verschlossenen Ende wird die Treibladung dann durch verschiedene Mechanismen entzündet. Gegenüber dem Luntenschloss und dem Radschloss, hat sich das Steinschloss mit seinem Feuerstein bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts auf Grund seiner besseren Wetterbeständigkeit durchgesetzt. Vor dem Schuss wird ein Federmechanismus gespannt, der durch den Abzug gelöst wird. Hierdurch schlägt der Hahn mit dem Feuerstein auf eine Metallklappe und verursacht den Funken.

Wirklich schließende Schlösser sind natürlich bei weitem älter: Bereits die Ägypter haben 3000 v. Chr. Fallriegelschlösser aus Holz gefertigt. Der älteste Originalfund dieses als "Mutter aller Schlösser" anerkannten Modells ist auf etwa 750 v. Chr. datiert. Fallriegel sind Bolzen, die auf Grund ihres Eigengewichtes in die Löcher eines Riegels sacken und diesen blockieren. Die Zinken eines bürstenartigen Schlüssels heben die Fallriegel an und geben den Riegel wieder frei. Dabei können die Zahl und die Abstände der Bolzen variiert werden.

An diesem Grundprinzip, dass sich Schlösser nur mit einem passenden Schlüssel entriegeln lassen, änderte auch die Entdeckung der Metallverarbeitung nichts. Nur brachte dies die antike Sicherheitstechnik auf einen neuen Weg, womit sich sogar Synergieeffekte ergaben: Die zuweilen übergroßen Schlüssel wurden als Schlagwaffen verwendet - also eine Sicherheit in doppeltem Sinne.

Mitnichten handelt es sich beim Besatzungsschloss um die Behausung eines Angreifers oder eines eroberten Anwesens. Besatzungen sind Hindernisse aus Eisenstäben oder Blechen, die in das Schlossinnere - den Drehkreis des Schlüssels - verbaut sind. Dieses Sicherungsmerkmal blieb bis ins 19. Jahrhundert erhalten.

Buntbartschlösser sind in der Regel nur in Zimmertüren verbaut. Das hat seinen Grund, denn sie sind verhältnismäßig leicht zu knacken. Ein einfacher Dietrich reicht aus, um in den Schließkanal zu gelangen, dessen Zugang durch eine Platte versperrt ist, durch die eigentlich nur der jeweilige Schlüssel passt. Mit dem Werkzeug kann dann genauso wie mit dem Schlüssel der Sperrriegel bewegt werden. Der "farbige" Name dieses Modells leitet sich von den unterschiedlichen, möglichst bunten, also vielfältigen Schlüsselformen ab.

Bei Garagen, Kellertüren oder Wohnungstüren ist das Stiftschloss das am meisten verwendete Modell heutzutage. Es wird auch als Zylinderschloss bezeichnet und wurde 1865 von Linus Yale in New York erfunden. Die Stifte des Schließmechanismus sind meistens aus Messing gefertigt und blockieren als Stiftsäulen - bestehend aus Gehäuse- und Kernstift - den Kern des Zylinders. Der Schlüssel drückt die Stiftsäulen dann so weit heraus, dass der obere Teil im Gehäuse und der untere im Kern verbleibt, der dann durch die freigegebene Trennlinie gegenüber dem Gehäuse gedreht werden kann.

Welches dieser Schlösser schließt nicht?