Welches Konzept zum Schutz für Kernkraftwerke vor Terrorangriffen aus der Luft erwägt das Umweltministerium?

a) Patriot Luftabwehrraketen
b) Künstlicher Nebel
c) Mobile Blendspiegel
d) 99 Luftballons
e) Hochleistungslaser

Antwort:

Der Schutz von Kernkraftwerken durch eine künstliche Nebelwand zur Verschleierung wird derzeit geprüft.

Erklärung:

Bereits kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das New Yorker World Trade Center hatte das Bundesumweltministerium die Gesellschaft für Reaktorsicherheit mit einer Untersuchung beauftragt, die das Gefährdungspotenzial von gezielten oder unfallbedingten Flugzeugabstürze für deutsche Kernkraftwerke ergründen sollte. Zwar nimmt das Umweltministerium zu der mittlerweile vorliegenden Studie offiziell keine Stellung – "um einen gezielten Missbrauch möglichst auszuschließen", wie es heißt –, aber schon in einer ersten Stellungnahme der Reaktorsicherheitskommission kurz nach den Anschlägen konnte ein gewisses Risiko für die deutschen AKWs nicht ausgeschlossen werden.

Insbesondere die älteren Kraftwerke scheinen nicht in dem Maße vor Flugzeugabstürzen gefeit zu sein – seien es absichtlich herbeigeführte oder zufällige Unfälle –, wie es zumindest für neuere AKWs die Bauvorschriften vorsehen. Schutzkonzepte müssen also her.

Derzeit wird laut einer Pressemitteilung des Umweltministeriums ein Konzept geprüft, das die Betreiber zum Schutz ihrer Anlagen vorschlagen. "Dieses Konzept sieht unter anderem vor, dass ein angegriffenes Kernkraftwerk in wenigen Sekunden durch eine künstliche dichte Nebelwand großflächig verhüllt wird", so das Ministerium. "Die Wahrscheinlichkeit, dass das Flugzeug das Reaktorgebäude hinreichend zielgenau trifft, soll dadurch wirkungsvoll vermindert werden." Die Begutachtung des Konzeptes soll noch im ersten Quartal 2004 abgeschlossen sein. International seien derartige oder vergleichbare Schutzmassnahmen ohne Vorbild.

Dass die Idee jedoch überhaupt funktioniert, wird im Ausland eher skeptisch gesehen. Ben Eden, Direktor der britischen Firma Pea Soup, die Nebelmaschinen herstellt, meint vor allem, das Wetter wäre ein Problem: "Bei Wind hätte man schon verloren." Ferner rechnet Eden mit einer Vorlaufzeit von mindestens zehn Minuten, um ein Gebäude wie ein Kernkraftwerk in einen Nebelschleier zu hüllen. Auch Chris Foss von Jane's Defence Weekly sieht das Vorhaben kritisch. Er hält eine Luftabwehr auf Raketenbasis, wie sie die US-Regierung erwägt, eher für machbar.

Welches Konzept zum Schutz für Kernkraftwerke vor Terrorangriffen aus der Luft erwägt das Umweltministerium?