Welches Tier ist ein Fisch?

a) Seeohr
b) Seegurke
c) Seemaus
d) Seepferdchen
e) Seekuh

Antwort:

Die Gattung Hippocampus - zu deutsch Seepferdchen - gehört zu den Syngnathiformes (Seenadelverwandte), einer Ordnung der Knochenfische.

Erklärung:

Sie sehen nicht gerade so aus, wie man sich landläufig einen Fisch vorstellt, dennoch sind die skurilen Seepferdchen, deren Arten alle zu ein und derselben Gattung Hippocampus zählen, echte Fische. Der aus dem griechischen stammende Gattungsname erinnert an ein Fabelwesen – halb Pferd, halb Fisch –, das die Meeresgötter als Reittier benutzt haben sollen.

Die Götter dürften dabei jedoch nicht allzu groß gewesen sein, sind die meisten Seepferdchenarten doch eher winzig. Die beiden bekanntesten Spezies aus dem Mittelmeer, das Kurzschnäuzige (Hippocampus hippocampus) sowie das Langschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus guttulatus), das sich gelegentlich auch in der Nordsee herumtreibt, bringen es gerade einmal auf 13 beziehungsweise 18 Zentimeter Körperlänge. Vor kurzem wurde in den Korallenriffen Indonesiens die bisher kleinste Art entdeckt: Hippocampus denise misst ganze 1,5 Zentimeter.

Nicht nur aufgrund ihrer Kleinheit werden die Seepferdchen leicht übersehen. Sie sind vor allem Meister der Tarnung: Regungslos verharren sie in den Seegraswiesen der Küstengewässer, wobei ihnen ihr Schwanz den nötigen Halt gibt, und warten hier auf Beute – kleine planktonische Krebse –, die sie gierig einsaugen. Ihre Bewegungsarmut verbirgt sie auch vor aufdringlichen Räubern, wobei ihnen der harte Knochenpanzer einen zusätzlichen Schutz verleiht.

In Aktion treten sie eigentlich nur, wenn es um das "Eine" geht. Normalerweise bevorzugen Männlein und Weiblein getrennte Wohngebiete, wenn sich jedoch zwei gefunden haben, dann besucht das Weibchen regelmäßig das erwählte Männchen und fordert es zum Tanz auf. Dabei fassen sich die beiden an ihrem Schwanz und flanieren so durch das Revier des Männchens. Nach mehreren Stunden signalisieren beide ihre Paarungsbereitschaft, wenn sie ihre Schnauzen steil nach oben recken. Jetzt stülpt das Weibchen seine Legeröhre, den Ovipositor, aus und presst damit mehrere hundert Eier in die Bruttasche des Männchens. Das Paar löst sich daraufhin, und das Männchen besamt die Eier.

Das Männchen ist nun schwanger – eine eher ungewöhnliche Arbeitsteilung im Tierreich. Der werdende Vater versorgt in den nächsten Wochen seinen sich in der Bruttasche entwickelnden Nachwuchs bis zur Geburt, wobei die Jungfische – quasi in Wehen – heftig herausgeschleudert werden. Dann ist es mit der väterlichen Fürsorge allerdings vorbei, die Jungen müssen alleine zurechtkommen.

Die skurilen Fische sind leider stark gefährdet; insbesondere die traditionelle chinesische Medizin setzt auf getrockenete Seepferdchen als Allheilmittel. Sowohl das Kurzschnäuzige wie auch das Langschnäuzige Seepferdchen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten – mit ungünstigen Prognosen.

Übrigens: Auch der Dichter Hans Bötticher war fasziniert von den kleinen Meeresbewohnern. Ab 1919 nannte er sich daher Ringelnatz – nach der seemännischen Bezeichnung für die als Glücksbringer angesehenen Tiere.
Seepferdchen
© Spektrum Akademischer Verlag
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernSeepferdchen
Ein Männchen des Kurzschnäuzigen Seepferdchens (Hippocampus hippocampus) mit gefüllter Bruttasche


Seegurken (Holothuroidea) - auch Seewalzen genannt - sind eine Klasse der Stachelhäuter (Echinodermata), wozu auch die Seelilien (Crinoidea), die Seesterne (Asteroidea), die Schlangensterne (Ophiuroidea) und die Seeigel (Echinoidea) gehören.

Die Seemaus Aphrodite aculeata hat ihren wissenschaftlichen Namen nach der griechischen Göttin der Schönheit - und ist doch nur ein Wurm. Der Polychaet gehört, wie auch der Regenwurm, zum Stamm der Annelida oder Ringelwürmer. Auffallend an den mausgroßen Tieren sind die stark irisierenden, pelzigen Borsten, die ihnen eine schillernde Farbe verleihen.

Seekühe (Sirenia), eine Ordnung der Säugetiere, leben als Wasserpflanzen fressende Weidegänger in den Küstenregionen wärmerer Meere, während das Seeohr (Haliotis) wieder ein ganz anderes Tier ist: eine Meeresschnecke.

Welches Tier ist ein Fisch?