Wer nutzte als Erster die "liegende Acht" als Zeichen für unendlich?

a) Babylonische Gelehrte
b) Aristoteles
c) Papst Sylvester II.
d) John Wallis
e) Leonhard Euler

Antwort:

Es war John Wallis, der 1655 in seiner Arbeit über Kegelschnitte (De sectionibus conicis) das Symbol der "liegenden Acht" (∞) als Zeichen für unendlich einführte.

Zwar erfreute sich die Diskussion über das Unendliche in der Mathematik und der Philosophie zu diesem Zeitpunkt schon einer 2000 Jahre alten Geschichte, aber erst Wallis nutzte das bekannte Symbol als Abkürzung. Vermutlich leitet sich das Zeichen von einer aus dem 7. Jahrhundert stammenden Ligatur für das lateinische Zahlzeichen M für Tausend ab - eben eine sehr große Zahl, wenn auch endlich.

Wallis (1616-1703), der seit 1649 das Amt des Savilian Professor of Geometry an der Oxford University inne hatte, gilt heute als einer der Wegbereiter der Infinitesimalrechnung, der mit seinen Arbeiten unter anderem auch Isaac Newton beeinflusst hat.

Erklärung:

Wenngleich die Babylonier schon recht früh ein Zahlensystem zur Basis 60 mit eigenen Zahlzeichen verwendeten, so kannten sie doch kein Symbol für den abstrakten Begriff des Unendlichen. Aristoteles (384-322 vor Christus) verwendete das griechische Wort apeiron als Bezeichnung für unendlich, bediente sich aber keines abkürzenden Symbols. Papst Sylvester II. (945-1003), auch als Gerbert von Aurillac bekannt, war zwar Universalgelehrter und lernte während seiner Ausbildung in Spanien auch die indo-germanische Ziffernschreibweise kennen, befasste sich aber eher mit Zahlentheorie und Geometrie als explizit mit dem Begriff des Unendlichen. Mit Leonhard Euler (1707-1783) wurde das neue Zeichen schließlich ein fester Bestandteil der mathematischen Symbolsprache.

Lesen Sie zu diesem Thema auch "Geschichte des Symbols ∞" in Spektrum der Wissenschaft – Spezial 1/2001.

Wer nutzte als Erster die "liegende Acht" als Zeichen für unendlich?