Wessen Wurzeln begründeten die Entwicklung von Hormonpräparaten wie der Pille?

a) Fingerhut
b) Yams
c) Ginkgo
d) Johanniskraut
e) Knoblauch

Antwort:

Die Wurzeln von Yams (Dioscorea composita) enthalten das Steroid-Saponin Diosgenin, das als natürlicher Ausgangsstoff zur halbsynthetischen Herstellung von Steroidhormonen genutzt wurde.

Erklärung:

Waldbewohnende Indianer im mexikanischen Bundesstaat Veracruz nutzen aufbereitete Wurzeln des Yams ("Barbasco") zum Fischfang: Die Inhaltsstoffe machen das Wasser in Sümpfen und Lagunen seifig und vergiften die Fische, die dadurch tot zur Wasseroberfläche aufsteigen. Als Wissenschaftler den Stoff isolierten, erkannten sie darin ein Steroid, aus dem sich andere Hormonverbindungen herstellen lassen. Damit startete die Entwicklung von zahlreichen Hormonpräparaten – darunter auch die Anti-Baby-Pille.
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) wurde im 18. Jahrhundert von dem englischen Arzt und Botaniker William Withering (1741-1799) als Mittel gegen Wassersucht beschrieben - eine kräuterkundige Frau hatte ihm von ihren Behandlungserfolgen erzählt. Wassersucht ist auf eine Herzmuskelschwäche zurückzuführen. Inzwischen kennt man über 30 Substanzen aus dem Roten Fingerhut, die herzwirksam sind, das bekannteste darunter ist das Digitoxin.

Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) ist eine klassische Heilpflanze des Fernen Ostens, der gefäßerweiternd und durchblutungsfördernd wirkt und daher die Grundlage für zahlreiche Mittel gegen Hirn-Durchblutungsstörungen sowie zur Asthmatherapie ist.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) gilt bei depressiven Verstimmungen, beispielsweise im Zusammenhang mit Winterdepression, als hilfreich. Öl aus den Blüten werden äußerlich als Wundheilmittel eingesetzt.

Knoblauch (Allium sativum) soll nicht nur das Gedächtnis fördern, es wirkt vor allem gerinnungshemmend und senkt die Blutfettwerte, weshalb er bei Arteriosklerose eingesetzt wird.