Wie viel Wasser verbraucht der deutsche Bürger im Durchschnitt (Liter pro Tag)?

Wassertropfen
© fotolia / WunderBild
(Ausschnitt)
a) 121
b) 1123
c) 1685
d) 3900

Antwort:

Es sind ungefähr 121 Liter, die jeder Deutsche pro Tag privat benutzt. Doch der wahre Wasserverbrauch liegt wesentlich höher.

Erklärung:

Der bundesdeutsche Pro-Kopf-Verbrauch liegt nach Angaben des Umweltbundesamts im Durchschnitt bei 121 Litern pro Tag. Dieser Wert bezieht sich auf das Jahr 2010. Eingerechnet ist dabei das Wasser, das von Privatpersonen in ihrem Haushalt verbraucht wird – zum Beispiel für die Körperpflege, aber auch für das Kochen oder Putzen der Wohnung. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich gesunken.

Nicht eingerechnet in diesen Wert ist allerdings das indirekt genutzte Wasser. Es steckt in unseren Nahrungsmitteln und Konsumgütern, für deren Herstellung oftmals große Mengen Wasser genutzt werden. Wer ein solches Produkt kauft, verbraucht damit auch in gewisser Weise das verwendete Wasser. Das Umweltbundesamt hat, um dies zu berücksichtigen, den so genannten Wasserfußabdruck berechnet. Er setzt sich aus dem "virtuellen" Wasserverbrauch der Deutschen in In- und Ausland zusammen und beträgt auf den Einzelnen umgerechnet 3900 Liter pro Tag.

Eine andere Bemessung des Wasserverbrauchs richtet sich nach der Wasserentnahme eines Landes, also der Menge an Frischwasser, die beispielsweise Flüssen oder dem Grundwasser entzogen wird und für diverse Zwecke eingesetzt wird. Eine der wichtigsten Formen der Wassernutzung ist die Bewässerung in der Landwirtschaft, hier werden mitunter gewaltige Mengen eingesetzt. So beträgt beispielsweise die jährliche Wasserentnahme pro Kopf in Turkmenistan über 5300 Kubikmeter (Stand: 2002). Grund ist der intensive Baumwollanbau.

Die Wasserentnahme in Deutschland betrug im Jahr 2007 ungefähr 400 Kubikmeter pro Jahr und Person. Das sind umgerechnet 1123 Liter pro Tag. Der weltweite Mittelwert liegt darüber, er beträgt ungefähr 600 Kubikmeter pro Jahr oder 1685 Liter pro Tag.

Nicht zwangsläufig führt eine hohe Wasserentnahme auch zu Umweltschäden oder gar Wüstenbildung. Entscheidend ist in der Regel, ob mehr Wasser entnommen wird als durch natürliche Einflüsse in die Reservoire nachgefüllt wird. Auch die Behandlung des Schmutzwassers ist entscheidend. Gelangt es ungefiltert in die Umwelt, kontaminiert es dort womöglich sauberes Wasser.