Wo stand die erste historisch belegte Windmühle?

a) Mesopotamien
b) Niederlande
c) Spanien
d) Deutschland
e) Persien

Antwort:

Die ersten historisch nachgewiesenen Windmühlen standen in Persien.

Erklärung:

Alte Dokumente aus Persien belegen, dass dort Menschen bereits im 10. Jahrhundert die Kraft des Windes zur Getreideverarbeitung nutzten. Hinweise aus älteren Quellen legen zwar die Vermutung nahe, dass schon vor unserer Zeitrechnung Windräder in Mesopotamien existierten. Diese dienten jedoch nicht der Getreideverarbeitung, sondern vermutlich der Be- und Entwässerung von Feldern.

Darüber, wo die ersten Windmühlen in Europa entstanden, gibt es verschiedene Theorien. Die eine besagt, dass die Mauren die Technik nach Spanien mitbrachten, von wo aus sie sich über ganz Europa ausbreitete. Immerhin stammt der erste Bericht über einen militanten Windkraftgegner aus Spanien: Miguel de Cervantes berichtet in seinem 1605 erschienen Roman "El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha" vom legendären Kampf seines Helden mit einer Horde wilder Windmühlen.

Häufiger findet sich jedoch die Theorie, dass im Mittelalter europäische Ritter auf ihren Kreuzzügen im Nahen Osten Windmühlen gesehen und das Konzept anschließend in ihre Heimat exportierten, so auch nach Deutschland und in die Niederlanden. In Europa werden Mühlen erstmals im frühen 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Um sie trotz häufig wechselnder Windrichtung sinnvoll nutzen zu können, bedurfte es einer grundsätzlichen Neuerung: Die Flügel müssen sich in den Wind drehen lassen. Für den Besitzer des ersten Typs einer drehbaren Windmühle war das sicher kein Spaß, denn bei der so genannten Bockwindmühle musste er dazu das gesamte Holzbauwerk, das auf einem senkrechten Pfosten gelagert war, per Muskelkraft bewegen.

Vereinfacht wurde das Prozedere durch weitere technische Neuerungen: Bei der etwa im 17. Jahrhundert entwickelten Kappenwindmühle, auch Holländermühle genannt, musste nur noch der obere Teil, die Kappe, einschließlich der Flügel auf einem Rollenlager gedreht werden. Mitte des 18. Jahrhunderts schließlich vereinfachte eine spezielle Windrose das Leben der Müller, indem sie den Vorgang automatisierte: Sie drehte sich mit dem Wind und manövrierte über ein System von Zahnrädern im Inneren der Mühle die Flügel immer in die optimale Position.

Wie die Bezeichnug Holländermühle nahe legt: In den Niederlanden waren (und sind) Windmühlen sehr verbreitet. Allerdings dienten viele davon nicht als Mühlen, sondern als Entwässerungsanlagen zur Landgewinnung. Genaugenommen handelt es sich dabei also nicht um Windmühlen, sondern um Windräder, beziehungsweise Windkraftanlagen.

Wo stand die erste historisch belegte Windmühle?