Womit verfassten antike Feldherren geheime Botschaften?

Miriam Müller
a) skyros
b) skytala
c) skyphos
d) skybus

Antwort:

Antike Feldherren benutzten für die Verschlüsselung wichtiger Botschaften eine skytala.

Erklärung:

Auf einen Holzstab wurde ein Streifen Pergament oder Leder spiralförmig aufgewickelt und dann längs des Stabes mit einer Nachricht beschrieben. Rollte man das Band wieder ab, ergab die Reihenfolge der Buchstaben keinen Sinn mehr. Der Empfänger der Botschaft musste eine skytala gleichen Durchmessers besitzen, um den Riemen in gleicher Weise aufzuwickeln. Nur so konnte der Text gelesen werden.

Als den spartanischen Feldherrn Lysander im Jahre 404 v. Chr. ein völlig entkräfteter Bote aus Persien erreichte, nahm er ihm zuerst seinen Gürtel ab. Mit unzusammenhängenden Buchstaben versehen, hatte der Bote diesen bei seinem Aufbruch in Persien bekommen. Lysander zückte einen hölzernen Stab und wickelte den Gürtel sogleich darum.

So erfuhr der Feldherr vom geplanten Angriff des Perserführers Pharnabasus. Dank der skytala besiegte Lysander schließlich das persische Heer.
Bild
© epoc/Emde-Grafik
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDie Skytala - ein Holzstab zum Entschlüsseln einer Botschaft
Skyros ist der Name einer griechischen Insel in der Ägäis. Das östlich von Euböa liegende Eiland gehört zur Inselgruppe der Sporaden. Skyros wird in den Sagen des Achilleus und des Theseus häufig erwähnt. Der gleichnamige Hauptort der Insel ist in mehreren Terrassen um einen kegelförmigen Felsen errichtet. Die besondere Lage zwingt dessen Bewohner dazu, alle ihre Wege zu Fuß zurückzulegen: Autos sind hier nicht erlaubt.

Aus einem skyphos trank einst schon Herakles. Die altgriechische Trinkschale mit niedrigem Fuß und zwei Henkeln an der Mündung ist auf vielen griechischen Vasen abgebildet. Sein mythischer Besitzer Herakles verlieh der Schale den Namen "Heraklesbecher".

Bei skybus handelt es sich übrigens um eine amerikanische Billigfluglinie.

Lesen Sie mehr zum Thema Geheimschriften in der epoc Heft 1/2008!