Womit wurde im Arabien des 15. Jahrhundert Epilepsie behandelt?

a) Kaffee
b) Haschisch
c) Rosenwasser
d) Eukalyptusöl

Antwort:

Im Arabien des 15. Jahrhundert galt Haschisch als probates Mittel gegen Epilepsie.

Erklärung:

Wie Forscher vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychologie mit Hilfe genetisch veränderter Mäuse zeigten, ist dafür das Tetrahydrocannabinol (THC) verantwortlich – also der Wirkstoff, der den Kiffer high macht.

Epileptische Anfälle resultieren aus einer Art unkontrolliertem "Dauerfeuer" der Neurone. Zum Schutz produziert das Hirn bei drohender Übererregung so genannte Cannabinoide, die dem THC sehr ähneln. Diese binden an einen Rezeptor auf den Nervenzellen, blockieren den erregenden Botenstoff Glutamat – und verhindern so die Anfälle.

Bei Mäusen, denen dieser Rezeptor fehlte, waren epileptische Krämpfe extrem leicht auszulösen, so die Studie. "Der Körper hat sich mit dem Cannabinoid-System quasi eine Bremse bei Bedarf zugelegt", erläutert Beat Lutz, Leiter der Arbeitsgruppe. Cannabinoide ohne Nebenwirkungen werden bereits entwickelt (Science 302: 84-88, 2003).

Aus: Gehirn & Geist 1/2004