Seit wann gilt der Gregorianische Kalender?

a) 1582
b) 1700
c) 1752
d) 1918
e) 1927

Antwort:

Alle Antworten sind richtig!

Erklärung:

Gaius Julius Caesar machte sich nicht nur einen Namen als römischer Feldherr und Diktator, sondern er verewigte sich auch als Reformator der Zeitrechnung: Er löste den altrömischen Kalender ab, der mit Schaltmonaten versucht hatte, die Differenz zwischen Mondjahr und Sonnenjahr zu überbrücken. Der Julianische Kalender führte alle vier Jahre ein Schaltjahr mit 366 Tagen ein; das durchschnittliche Jahr hatte dadurch 365,25 Tage und entsprach damit fast genau dem Sonnenjahr.

Fast – denn leider braucht die Erde für ihren Umlauf um die Sonne 365,24219878 Tage und damit etwas weniger, als der Julianische Kalender vorgesehen hatte. Im 16. Jahrhundert hatte sich dieser kleine Fehler auf zehn Tage addiert. Die Tag-und-Nacht-Gleiche, die auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 auf den 21. März festgelegt worden war, fiel im Jahr 1582 auf den 10. März.

Papst Gregor XIII. ließ daher kurzerhand die zehn Tage zwischen dem 4. und dem 15. Oktober 1582 ausfallen und führte die noch heute geltende Regelung der Schaltjahre ein: Alle hundert Jahre wurde der vierjährige Schaltjahrrhythmus unterbrochen – 1700, 1800 und 1900 waren also ausnahmsweise keine Schaltjahre. Hiervon wieder ausgenommen wurden die Jahre, die nicht nur durch 100, sondern auch durch 400 teilbar sind. Das Jahr 2000 war also – als Ausnahme von der Ausnahme – wieder ein Schaltjahr. Damit dauert ein Durchschnittsjahr 365,2425 Tage; erst nach knapp 3320 Jahren wird sich wieder ein Fehler von einem Tag einschleichen.

Die meisten katholischen Staaten und Regionen Europas übernahmen den Gregorianischen Kalender 1582 beziehungsweise 1583. Doch die protestantischen Länder hatten mit der "papistischen" Regelung ihre Probleme. Erst im Laufe des 17. Jahrhundert wagten einige evangelische Gebiete diesen Schritt, so beispielsweise das Herzogtum Preußen am 2. September 1612. Seit Beginn des Jahres 1700 galt der Gregorianische Kalender schließlich in allen evangelischen Territorien des Deutschen Reiches. Über hundert Jahre hatten die Deutschen also mit zwei unterschiedlichen Kalendern gerechnet, was einige Verwirrungen ausgelöst haben dürfte.

In anderen Ländern Europas dauerte es noch etwas länger. So wurde in Großbritannien – und damit auch in den nordamerikanischen Kolonien, aus denen die USA entstehen sollten – der Gregorianische Kalender in der Nacht vom 2. auf den 14. September 1752 eingeführt. Ein Jahr später folgten Finnland und Schweden; Norwegen rechnete bereits seit 1700 mit der neuen Zeit.

Am schwersten tat sich das orthodoxe Osteuropa, das bis zum 20. Jahrhundert am Julianischen Kalender festhielt. Die russische Oktoberrevolution begann daher nach dem Gregorianischen Kalender, der hier seit 1918 gilt, am 7. November 1917 – nach dem Julianischen Kalender war es der 25. Oktober. Das russische Weihnachtsfest fällt übrigens deswegen auf den 7. Januar.

In Griechenland galt der Julianische Kalender noch bis 1923, in Rumänien bis 1924, und als letzter Staat führte die Türkei 1927 den Gregorianischen Kalender ein.