Diese und unzählige andere Wunder warten auf Sie in jeder klaren Nacht. Sie müssen nur nach oben schauen und fragen: "Was ist das?" Damit haben Sie bereits den ersten Schritt zu einer lebenslangen, faszinierenden kosmischen Entdeckungsreise gemacht.

Unter dem Sternenhimmel
© mit frdl. Gen. von Mark Schroeder
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Wissen ist Macht

Der Spaß an der Astronomie kommt spätestens dann, wenn Sie sich am sternübersäten Himmel zurechtfinden. Ein prima Startpunkt für Ihre Entdeckungsreisen über den Sternhimmel ist daher die Stadtbücherei oder die örtliche Buchhandlung. Schauen Sie im Astronomieregal nach einem Sternführer für Anfänger, der Ihnen zeigt, welche verschiedenen Objekte Sie am Himmel erwarten. Sie werden überrascht sein über deren Vielfalt! Hier lernen Sie auch das Wichtigste über den Mond, die Planeten und die Sternbilder.

Durchsuchen Sie die Zeitschriftenauslagen nach "Sterne und Weltraum". Das monatlich erscheinende Heft bietet praktische, aktuelle Beobachtungstipps und Artikel über viele faszinierende astronomische Themen. Einen Gesamtüberblick über alle wichtigen astronomischen Ereignisse des Jahres bietet Ihnen "Ahnerts Astronomisches Jahrbuch". Hier finden Sie nach Monaten gegliedert übersichtliche Sternkarten und praktische Anleitungen zur Beobachtung.

Das Internet ist ebenfalls eine großartige Quelle für Informationen. Aber aufgepasst! Es ist ein riesiger Gemischtwarenladen. Halten Sie sich daher an zuverlässige, fachkundige Seiten wie diese!

Sternenhimmel
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So weit das Auge reicht

Gehen Sie in einer klaren Nacht einmal hinaus, und machen Sie sich mit Hilfe einer drehbaren Sternkarte ("Planisphäre") mit den Mustern der Sterne am Himmel vertraut. Falls Sie in einer Stadt leben, suchen Sie sich dafür einen möglichst dunklen Ort. Ohne die "Lichtverschmutzung" durch Leuchtreklamen und Straßenlaternen können Sie viel mehr Sterne sehen. Wenn Sie dann in der Lage sind, nach oben zu schauen und zu sagen: "Dort ist der Polarstern!" oder "Das ist Saturn!", wird Sie das weiter anspornen und Ihnen für den Rest Ihres Lebens eine Vorstellung von unserem Platz im Kosmos vermitteln.

Am Anfang steht der Feldstecher

Ferngläser sind aus mehreren Gründen ein ideales Einsteigerinstrument. Zum einen besitzen sie ein großes Gesichtsfeld, wodurch Sie sich leichter am Himmel zurechtfinden können. Zum anderen liefern sie ein Bild, das richtig herum orientiert ist und nicht auf dem Kopf steht. So erkennen Sie leichter, wohin Sie gerade schauen. Feldstecher sind zudem preisgünstig, überall erhältlich und lassen sich ohne Probleme herumtragen.

Dabei leisten sie erstaunlich viel: Ein gewöhnliches Fernglas mit sieben- bis zehnfacher Vergrößerung stellt im Vergleich zum bloßen Auge eine Verbesserung dar, die so groß ist wie die zwischen Feldstecher und gutem Amateurteleskop – und das zu einem deutlich niedrigeren Preis. Für astronomische Zwecke sollte der Durchmesser der vorderen Linsen möglichst groß sein ("Apertur" oder "Öffnung"). Auch eine hohe optische Qualität ist sehr wichtig. Doch um Ihre amateurastronomische Laufbahn zu beginnen, eignet sich jeder Feldstecher, den Sie noch im Schrank oder in einer Schublade liegen haben.

Fernglas
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Können Sie sich erst am Nachthimmel orientieren, wird Sie der Feldstecher über Jahre hinweg begleiten. Mit Hilfe guter Karten und Nachschlagewerke können Sie Dutzende von Kratern, Ebenen und Bergen auf dem Mond identifizieren. Der Feldstecher enthüllt Ihnen die sich fortwährend ändernden Positionen der Jupitermonde und die Phasen der Venus. Auch die meisten der 109 "Messier-Objekte" werden Sie finden – Sternhaufen, Galaxien und Nebel, die der französische Astronom Charles Messier im 18. Jahrhundert katalogisierte. Ferngläser trennen farbenprächtige Doppelsterne. Sie können sogar mitverfolgen, wie veränderliche Sterne hell und wieder schwächer werden. Im Umgang mit einem Feldstecher erlernen Sie genau die Fähigkeiten, die Sie auch für die spätere Nutzung eines Fernrohrs benötigen.

Star Party
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Schließen Sie sich anderen Amateurastronomen an!

Es gibt nichts Schöneres, als sich mit Gleichgesinnten über das gemeinsame Hobby Astronomie auszutauschen. Weltweit gibt es viele hunderte Astronomieklubs. Rufen Sie einen Klub oder eine Volkssternwarte in Ihrer Nähe an und erkundigen Sie sich, wann ein Treffen oder eine Beobachtungsnacht stattfindet.

Zudem gibt es im ganzen Land Teleskoptreffen oder "Star Partys", bei denen manchmal einige hundert Amateure aus der ganzen Welt zusammen. Die Treffen bieten eine gute Gelegenheit, um unterschiedliche Teleskoptypen und Beobachtungsmethoden auszuprobieren, neue Fähigkeiten zu erlernen und Kontakte zu knüpfen. Nähere Informationen zu geplanten Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik Termine der Zeitschrift "Sterne und Weltraum".

gutes Fernrohr
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Wenn die Zeit für ein Teleskop kommt, dann machen Sie Nägel mit Köpfen

Irgendwann sind Sie bereit für Ihr erstes Teleskop. Hier sollten Sie aber nicht bei der Qualität des Geräts sparen. Jedes astronomische Fernrohr hat zwei wichtige Bestandteile. Der eine ist die Optik von möglichst hoher Qualität. Der andere ist eine stabile, standfeste, störungsfrei arbeitende Montierung. Eine große Teleskopöffnung ist wünschenswert, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie das Instrument auch bequem transportieren können müssen. Mehr Tipps zum Kauf eines Fernrohrs gibt es unter: "Welches Fernrohr ist mein Typ?"

Viele Teleskope sind mit Computern und Motoren ausgerüstet, mit denen sie sich durch ein paar Knopfdrücke fast vollautomatisch auf irgendeines der tausende Himmelsobjekte ausrichten lassen. Solche "Go-to-Teleskope" machen viel Spaß und können Ihnen helfen, viele Objekte anzusteuern, die Sie sonst vielleicht übersehen hätten. Trotzdem ist es überaus hilfreich, sich am Himmel auszukennen – besonders, wenn die Batterien des Go-to-Fernrohrs leer sind!

Es stimmt: Leistungsstarke Teleskope können viele tausend Euro kosten. Auf der anderen Seite gibt es schon für einige hundert Euro kleinere Instrumente. Ihr Wunschfernrohr ist Ihnen zu teuer? Dann sparen Sie darauf, bevor Sie sich mit einem Gerät, das nicht Ihren Anforderungen gewachsen ist, den Spaß am Beobachten verderben. Verbringen Sie lieber ein Jahr mit ihrem Feldstecher und mit Ausflügen zu nahen Klubs und Sternwarten, während Ihr Sparbuch dicker wird. Sie werden es nicht bereuen.

Entspannen und genießen!

Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie anfangs ein bestimmtes Objekt nicht finden können oder der Blick durch Ihr Fernrohr kein so perfektes Bild liefert, wie Sie es von Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops her kennen. Es gibt einfach Grenzen für das, was Ihre Augen, Ihr Feldstecher oder Ihr Teleskop leisten können. Doch je öfter Sie beobachten, desto mehr werden Sie am Himmel finden. Gehen Sie Ihr eigenes Tempo, und schwelgen Sie in der Schönheit und den Mysterien unseres erstaunlichen Universums!

Rick Fienberg war Chefredakteur von "Sky & Telescope".